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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 360

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 360 (sequence 364)
Language
German
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354 Landau, Sprichwörter und Redensarten. 144. £r ret wi os a Reist ar. Er spricht mit einer solchen Sicherheit und Beherrschung aller Einzelheiten, als ob er seine Rede ablesen würde, p. möwi jak z rejestru. Ad. 320, 52; 463,1. Li. 5, 37. mhd. reister, Verzeichnis, Register, besonders md. in der Deutsch-Ordens-Ghron. des Nicol. v. Jeroschin. Mhd. Wb. 2, 666; Lex. 2, 397. kontrahiert aus lat. registrum, wobei Einfluß des p. rejestr nicht ausgeschlossen ist. 145. Er stelt zach arän in smarkati Reistar. Er reiht sich aus übergroßer Bescheidenheit oder aus Geiz unter niedriger Stehende und Ärmere ein, etwa um nicht zu Abgaben oder Spenden herangezogen zu werden. Vgl. p. jak mi§ juz z prostego wzia* rejestru, er hat mir die niedrigsten Titel beigelegt, mich aufs schimpflichste herabgerissen. Li. 5,37. — p.smarkaty, rotzig. 146. Er wolt oufgigesn a Ria eh in dräjin. Er könnte einen dreifachen Teufel verzehren oder a FSrd mit di Pitkowis, so heißhungrig ist er. nn talm. Geist, böser Geist, Teufel, p. podkowa, Hufeisen, p. zjesö czarta oder djabla. Zebys ty djabta zjadH Verwünschung. Ad. 76,16; 93, 28. klr. TonoRwiti. mo 6h ÄW>Ka 33üb. Fra. 1, 405. HopTa 3'Icth 2, 497,182. A 33iB 6hc qopTa TpncTeHHoro! Verwünschung: daß du vom Teufel besessen wärst! 2,186,1. 147. Az mi tret of dar Rik, springt zi tsirik. In übertragener Bedeutung: Auch der Niedrigste lehnt sich gegen entwürdigende Behandlung auf; der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird. Von Be. 3108 als Variante zu: Az men tret auf der Kotsere, Springt zi tsurik angeführt. Im Glossar 62 erklärt Be. Rik, das er seiner Ableitung zulieb rüg schreibt, als p. rög, Kante, Ecke, Winkel, dagegen bei Wa. 3,1633,14 ebenso unrichtig als „Reif". Auf das richtige weist schon die Vertretung durch Kotiere, p. koczerga, kociuba, klr. Konepra, KOinoßa, Ofenkrücke, Stange mit einem rechtwinklig daran befestigten Brett, um Kohle und Asche aus dem Backofen zu scharren, mhd. und frühnhd. krucke, Gr. 5, 2428, elsaJB. kruck, ruck. Els.Wb. 2, 249. Tritt man auf das Brett der liegenden Krucke, so schlägt einem die Stange ins Gesicht. Häufiger sind Sprichwörter desselben Sinnes von der Harke, dem Rechen, Gr. 4, 2, 479; 8, 339,1, die auf der Anekdote von dem aus der Fremde heimgekehrten Bauerssohn beruhen, der den Rechen nicht zu kennen vorgibt, bis ihn dieser auf die Nase schlägt, klr. wird sowohl der Rechen als die Ofenkrücke genannt: He CTaßaft Ha rpaöal, 6o aHCTaHem no hojii. Fra. 1, 442, 6. Ha KainoGy eran, Taft B^apHT. 3, 466, 2. 2, 299, 2. 148. In Sdom neit min mit Nüdlin ün Spitsn. Das mühselige Nähen mit stumpfen Nadeln wird scherzhaft übertreibend zu den Folterqualen gezählt, deren Erfindung den Sodomiten zugeschrieben wird.

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