Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 361)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Landau, Sprichwörter und Redensarten. 351 Verstand sitzen. Ad. 473, 21. Vgl. Er hat mehr im kleinen Finger, als ein anderer in der ganzen Hand. Gr. 3,1652, 2, wo aber die Erklärung: Unter allen Fingern ist der kleine der klügste und witzigste, gar nicht am Platze ist. Der kleine Finger ist nur gewählt, um den Abstand zwischen seiner Kleinheit und der Größe der ganzen Hand recht merklich hervorzuheben. 120. ßr iz ba em dis Oig in Kop. Er ist ihm sehr teuer, p. oko w glowie. Ad. 357, 46. 121. Uphitn wi an Oig in Kop. Hüten wie seinen Augapfel, p. strzec, pilnowae jak oka w glowie. Ad. 402, 8; 527, 2. Li. 3, 533. klr. Fra. 2, 477, 134; 3,174,1. 122. Nem di Oign in dar Hant arän! Scherzhaft, wenn jemand nicht gut sieht Sieh genau hin! Ebenso mähr, in einer Erzählung von Kulke. nd. De Ogen in der Hand nemen. Brem-nds. Wörterb. 3, 257. Fri. 1,1474. DMA. lr 79, 32. Siebb.-sächs. Wa. 5, 856, 733. SWB. 1, 439. 3,1098. 123. Far a Grosn wolt ar zach gilost beidi Oign arousnemin. Von einem Habsüchtigen. 124. Mi hot noch dim Mä~star di Oign nist arousginemin. Von einer Sache, die man noch beschaffen kann, die nicht unersetzlich ist. Wohl mit Bezug auf die zahlreichen Sagen von berühmten Kunstwerken, deren Meister geblendet wurden, damit sie kein zweites gleiches oder noch kunstvolleres schaffen könnten, so z. B. von den Uhren des Straßburger Münsters, der Marienkirche zu Danzig, der Holzschnitzereien der Kirche zu Blaubeuern und von der Wassili-Kathedrale in Moskau. 125. Gein, win di Oign trugn. Ebenso bei PEREZ: ich wil awek, wo di Oign welen mich tragen. Ziellos wandern, wo die Augen hinführen, d. wo die Füße hintragen, p. die gewöhnliche Formel: isd, gdzie oczy poniosa^ wo die Augen hintragen. Ad. 356,17. Li. 3, 531. klr. Kyaa ohh noHeevT. Fra. 3,70,37. 71, 68. „Tragen" also im Sinne von „führen, leiten". 126. Haliwäj für man (oder dän) Moul in Gots Oirnarän. wbn O daß doch! Möge mein (dein) eben ausgesprochener Wunsch Erhörung finden! Dein Mund undGotfs Ohren. M. 1,36,22. 127. Ousmachn an Oir. Eigentlich „ausräumen, ausputzen". Übertragen: einen betrügen, übervorteilen. Ebenso Wa. 5, 865, 3. 128. A Kaptsn in Oir aräntsileign. Wa. 5, 1022: An Ewjen .. erklärt: ein blutarmer Mensch, dessen Habseligkeiten so gering sind, daß sie in einem Ohr Platz finden. — pzp Sammler, Bettler. Ins p. und klr. übergegangen als kapcan. Archiv f. slav. Philol. 25,134.