Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 360)
- Language
- German
- Belongs to
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350 Landau, Sprichwörter und Redensarten. 111. Meidlach zenin pisti Smichis. Mädchen unter sich kichern und lachen ohne ersichtlichen Anlaß, p. pusty mi§ smiech bierze. Li. 4, 729. pusty: mutwillig, übermütig, leichtsinnig, smiech: Gelächter. 112. Fürn Chaniki in di Molkn arän. Etwas zur Unzeit tun. Zum Gebrauche der Molkenkur, die bis um die Mitte des vorigen Jahrhunderts sehr im Schwange war, pflegte man im Sommer in kleine Orte in den Karpathen zu reisen, wo die Molken von den Schafhirten bereitet wurden, und die deshalb kurzweg di Molkn hießen. 113. Ali Müntik in Donarstik. „Sehr häufig", von Dingen, die sich oft wiederholen. Nach Wa. 2, 719, 27 von dem Brauch, am Montag und Donnerstag Almosen zu geben, wahrscheinlicher aber von den an diesen Tagen regelmäßig üblichen Gebeten, Fasten usw. 114. A Nakitar iz mach ibargigangin. Wenn man Pech hat. Als Volksglaube sonst nicht nachweisbar. Vielleicht scherzhafte Folgerung aus dem slavischen Volksglauben, daß der „Angang" mit leeren Gefäßen Unglück bedeute (z. B. WISLA 8, 785; 15,256. Zb. 15, 49,<63; 16,265,145. Globus 76, 273): um so unheilbringender müsse die Begegnung mit einem von allem Entblößten sein. 115. A När iz an eibikar Kal'iki. Ein Dummkopf ist ein unheilbarer Krüppel. Vgl. A N, iz a K. of die fir. Be. 2452. — eibik Euphemismus für „bis zum Tode", p. kaleka, Krüppel. 116. Dar När ligt im ofn Pünim. Ebenso Wa. 3, 885, 185. Die Dummheit ist ihm auf dem Gesicht geschrieben. 117. Wei iz dem wüs si nemt, in woil iz dem wüs si git. Geben ist seliger als nehmen. Der Geber ist besser daran, als der Almosenempfänger. 118. Tsiklebm mit nichtarn Späjachts. Scherzhafter Rat, etwas Zerbrochenes zu kleben. Nüchterner Spuck hält gut. Fri. 2, 2534. Wb. 2, 357. Wa. 4, 752, 1. In der Volksmedizin wird dem „nüchternen Speichel" Heilkraft gegen verschiedene äußere Leiden zugeschrieben, z. B. Gr. 10, 2068, 2; B. 2, 655; Eis. 2, 555; SWB. 2, 291. 4,2078; Liebrecht, Zur Volkskunde 313,11. Schon bei Plinius, auch frz. und ital. Volksglauben. Späjachts, Speichel, mit der Kollektivendung nhd. -icht, vgl. südfränk. spechets ZDMA. 12,150. 119. Er ken in Nugl mer, wi jenar in Lab in Lebm. Wos er hot in Nogl, hot jener nit in Kop. Beil. 6, 127, 394. p. I za paznogciem moze byc rozum. Auch unter dem Nagel kann,