Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 359)
- Language
- German
- Belongs to
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Landau, Sprichwörter und Redensarten. 349 101. Ech hob gimeint, a Malach spilt zach mit mir. Ich habe mich sehr glücklich gefühlt. Wohl mit Beziehung auf den j. und d. Volksglauben, wenn ein Kind im Schlafe lächle, so spiele ein Engel mit ihm. M. 25,19, n. 5. Feldmann, Jewish Ghild. 102. Itlachar Milamid hot a Zin Itsikl. Jeder Vater ist in seinen Sohn vernarrt und will mit ihm höher hinaus. 103. Mi ken nist tin tswei Miluchis of einmül. Man kann nicht gleichzeitig zwei Arbeiten verrichten, vgl. A Malach ken ouch kan tswei Silichis nit tin. Be. 2269. 104. Mitwoch miz di Zin sänin. Wetterregel. Am Mittwoch, ihrem „Geburtstage", da sie am vierten Tage erschaffen wurde, muß die Sonne scheinen. Nach christlichem Volksglauben muß sie am Samstag oder Sonntag, wenn auch nur auf einige Minuten, scheinen. Wuttke, Dtsch. Volksaberglaube2 23. 27. Liebrecht, Zur Volkskunde 341, 2. 105. Mitwoch Speistsinachts. j§p, 8abbes-z (u) nacht (s). — Wenn man sich an Wochentagen einen sonst nur Sabbaten oder Feiertagen vorbehaltenen Genuß gönnt. 106. Gichapt a Mitsiji in gipatart a Stein. Einen guten Tausch gemacht und dabei einen Ladenhüter losgeworden? 107. Si tsisrouft dim Moiach. na Gehirn. — Von einer schwer zu begreifenden, verwickelten Sache. 108. Si därt im dar Moiach. Er denkt angestrengt nach, zerbricht sich den Kopf. p. Suszye" sobie mözg. Li. 3,169; 5,507. klr. rojioßa, Kopf, anstatt des p. mözg, Gehirn. Fra. 1, 93; 3, 415, 348. 109. A misi Moid miz zach sein tsirn. 110. A jidisar Moid miz min dim Kop tsidekn. Ein Mädchen muß man unter die Haube bringen. Das kimin mifn tsigidektn Kop tsi Fütar in Mitar, die Rückkehr ins Elternhaus, wenn die Ehe unglücklich ist, gilt als das traurigste Los. Die Juden legten der Kopfbedeckung magische Bedeutung bei. Jew. Encycl. 2, 530; 6,158. Bei Polen und Kleinrussen müssen Frauen und gefallene Mädchen den Kopf bedeckt tragen, daher ist noKpHTH rojiOBy soviel wie heiraten oder ein uneheliches Kind bekommen. Fra. 1, 395, 259. 254, 31. p. pokrytka, ein gefallenes Mädchen. SGP. 3,227. Dieser in ganz Europa allgemeine Brauch, der auf 1. Kor. 11 zurückgeführt wird, stammt noch aus heidnischer Zeit, s. Lugn, Die mag. Bedeutung der weibl. Kopfbedeckung. MAG. 50, 81 ff.