Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 357)
- Language
- German
- Belongs to
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Landau, Sprichwörter und Redensarten. 347 87. Er hot zach darsrokn, az dar Stan iz giworn Läwnt. p. stan, der Leib am Hemde. Ironisch er ist gar nicht erschrocken, hat sich nicht einschüchtern lassen. Vgl. Be. 2209: Far Moiri iz mir dis Hemd was giworn, p. Tak sie. zlajd", ze az mu koszula pl-ötnem sie. stala. Ad. 636,1. klr. Tamfi CTpax, m;o aiK coporaa hojiothom CTana. Fra. 2, 512; 3,152,1.180,13. 455, 2. 88. Er hot a was Lebarl. — Phlegmatiker, der schwer aufzuregen oder zu erzürnen ist. Eine Gans, der die Galle fehlt, soll eine weiße Leber haben. Schon im Altertum galt die Leber als Sitz der Leidenschaften, hauptsächlich von Liebe und Zorn. Die weiße Leber findet sich nach dem Volksglauben bei weichmütigen, liebesempfindlichen und schlaffen Menschen. Höfler, Dtsch. Krankheitsnamenbuch 358f. Gr. 6, 460, 3, a. Englisch: white livered, ebenso franz.: foie blanc bezeichnet einen Feigling. Auch Frauen, denen mehrere Männer, und Männern, denen mehrere Frauen bald nacheinander sterben, wird eine w. L. zugeschrieben. GRIMM, Dtsche Mythol.2 1034. Ausführliches s. Riegler, Leber-Seele im Romanischen. Die neueren Sprachen 30,124ff. — rj. mit a kaltar Läbar ist gleichgiltig, kaltherzig, so z. B. bei MM'S. und Dinesohn. 89. Leign dis Lebidiki ofn Toitn. Neues Geld in ein passives Unternehmen stecken. Ebenso Wa. 2, 1866,1. Beil. 4,136,135. 90. Zi meg stein a Lecht in Safi arän. p. szafa, Schrank. Von einer Frau, die ihren ganzen Putz an hat, so daß ihr Kleiderschrank leer ist. Ebenso in Posen: Man kann schon e Licht in den Schrank stellen (was am Simchas-Torah geschieht, nachdem alle Torahrollen ausgehoben sind. M. 18, 68, 694. 91. Si hot zach üngihoibm mit a Lefl Wasar tsi farlesn. Ein Unheil, das in seinem Entstehen leicht zu ersticken gewesen wäre. 92. Er wolt im gern in a Lefl Wasar dartrenkt. Ebenso Beil. 6,127, 408. Wa. 4,1829, 695. Zur Bezeichnung des höchsten Feindschaftsgrades, d. seit dem 16. Jahrh.' belegt. Wa. 1,851, 2; 3, 227, 122ff. 994,301; 4, 1829,695. 1834, 305. SWB. 2, 855. Wan man uns all., in ainem Leffel ertränkhen khünd, man thets. (Augsburg, 16. Jahrh.) ib. 4,1274. p. Radby go w lyzce wody utopi*. Ad. 579. klr. Fra. 1, 245, 25. 291,5; 2, 343. 406, 4; 3,1, 4. Auch holländisch Wa. 4,1834, 805. 93. Üntin (oder Hubm) gibrounti Leidn. Große Unbill, Kränkungen zufügen (oder leiden), rj. gibrente, MM'S. gibrätene Leiden, d. das gebrannte Leid(en) antun, nach Gr. 2, 304 ursprünglich die Hundswut, weil der Gebissene mit einem glühenden Schlüssel gebrannt wurde, nach 6,654, 1 a