Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 355)
- Language
- German
- Belongs to
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Landau, Sprichwörter und Redensarten. 345 71. Kis a wermikn Terk in Mürs arän, west di heisn Fäwiä oder: Kis in Mürs arän, west di hubn a ledarn Bätali. Diese Fassung auch bei Be. Erot. 219. Mit dem Vordersatze: „KB a Feigali i. M. a." aus Brody Wa. 2,1735, 35. Derbe, spaßhaft sinnlose Abfertigung eines Bittstellers. 72. Mit dim gantsn Klapargitsäk. Mit allem Drum und Dran. Bei MM'S. Kliper-, KlopergeiseAg, die Utensilien des Baders zum Schröpfen und Aderlassen. Gitsäk> mhd. geziuc, md. gezeug, gezeuke, Werkzeug.-!?, ursprünglich wohl von den auf großen Kruzifixen angebrachten Werkzeugen der Marterung Christi: Hammer, Nägel, Lanze, Leiter usw. Vgl. elsäß.-jd.: Mit alli Kläpperlich, mit allem Zubehör. REJ. 143, 71; 141, 87. 73. Er tot gittert klingin in ken nist nüchzingin. Von ungenauer Wiedergabe des Gehörten. Umgekehrt: .. singen, .. nuchklingen. Wa. 4, 569,107. Ein russischer Jude, der Deutsche sprechen hört: „hevt klingen un hon nit nochzingen. Aksenfeld, Sterntichl. 74. Wüs west di mar tiin? West mach rifn Knaknisl. Knaknisl, Nußknacker. Was kannst du mir anhaben? Höchstens einen nichtssagenden Spottnamen zurufen. Ebenso Wa. 2,1066,8. 75. Mi meg is ünsräbm in Koimin. Eine Schuld als uneinbringlich verloren geben. Ebenso d. in den Kamin, Rauchfang, Schornstein, in die Esse schreiben. Gr. 3,1159; 5,101. Fri. 1, 3395. 3400. Wa. 1,164. 1122,9; 2,1133. 1602, 17; 3, 1505, 3; 4, 328, 24. 329; 26. B. 2, 537. Eis. 1, 437. SWB. 4,177. 568.725; 5, 899. 1170. klr. ByraeM y komhhü HaniicaTH. Fra. 2, 529, 2; 3, 462. — In anderem Sinne gebraucht von einem auffallenden, seltenen Ereignis, einer großen Neuigkeit, einem seltenen Besuch (so auch pj. in der Erzählung Jekele Kundas. Warsch. 1878). p. Ad. 216, 4. 587. Fra. 1, 292, 5; 2, 287, 71. Fri. 2, 2987. Wa. 2,1602, 7. 9. SWB. a. a. O. Die häufigen Zusätze: „mit Kohle", „mit schwarzer Kreide44, „daß es nicht ausgelöscht wird", „daß es schwarz bleibt", „daß kein Ruß daran kommt", „daß es die Geißen nicht abschlecken" u. dgl. beweisen, daß die RA. ironisch gemeint ist. Dadurch erklärt sich der Gebrauch im geradezu entgegengesetzten Sinne: von einem alltäglichen Ereignis, das keine besondere Aufmerksamkeit verdient. Be. 140, einer unwichtigen Sache. Fra. 1, 292, 5, und damit ist der Übergang zur ersten Bedeutung, zur Bezeichnung einer wertlos gewordenen Forderung gegeben. 76. Gots Kozak. Gottes Leibgardist. Ein Fanatiker, der für die genaue Beobachtung der geringfügigsten rituellen Bräuche eifert. Wa. 5,1375, 3057. Vgl. Beil. 6,127, 410.