Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 344

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 344 (sequence 348)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/2638044-2638083-2638084--2332-2639706
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

338 Landau, Sprichwörter und Redensarten. bedeckung. Barett, Biret, Bareith noch bis ins 18. Jahrh. Kopfbedeckung von Männern und Frauen. Gr. 1,1131. SWB. 1, 642. Vgl. den Hut vom Kopf abschlagen Gr. 1,102. Die deutschen Juden trugen an Sabbaten und Feiertagen das Brettel, Häubelbrettel, eine flache runde Kopfbedeckung aus schwarzem Filz, alte Männer in Mähren und im Burgenlande noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Schudt 2,251. 13. Trikn wi a Broit. Vgl. brödtrucken, sehr trocken (fränk.) B. 1, 348. (kämt.) Lex. 43. SWB. 1,1450. 14. Chantsis Kabüli. Scherzhaft: ein Wunderrezept. Von einer alltäglichen Erfahrungsregel wie: Az me leigt git arän, nemt men git arous. Be. 2066. Ebenso bei MM'S.: Zi ken machn a guten Kigel mit Ch. K. 15. Dan Chasini, dän Geld. 16. Tsüln wi far Chazar. Etwas sehr teuer bezahlen. Das Mä~sebuch und Buxtorf, Syn. Jud. 239 erzählen nach Ghulin 8 von einem Juden, der, durch den hohen Preis des ihm vorgesetzten Bratens stutzig gemacht, erfährt, daß er Schweinefleisch gegessen habe. Vgl. klr.: BiH 3 Toro Hapofla, mo ci ßoporo njiaTHT, er gehört zu dem Volke, das teuer bezahlt wird: ist ein Schwein. Fra. 3, 496. 17. A jing Chazarl iz ouch sein. Einwendung, wenn ein Kind mit Unrecht als schön gelobt wird: Alles was jung ist, ist schön, sogar ein Ferkelchen. 18. Choizik izgürnist azä När giwen, nor ali Näriskeitn zenin em tsi Handn gikimin. Ironische Verteidigung eines Dummkopfes. Dasselbe wird nach Be. 1599 zugunsten der Ghelmer, der polnisch-jüdischen Abderiten, gesagt: Die Chelmer zenen gur kan Narunim nit} nor ali Näriikeitn trefn zach ba zei. Choizik ist der typische Dümmling, an dessen Namen unzähüge törichte Streiche geknüpft werden. Der Name ist nach der wahrscheinlichsten Erklärung eine Anspielung auf den on in der Pessach-Hagada, dem man antwortet: liiOünn T pTPD usw. — Choizik machn os emitsn, einen verspotten, lächerlich machen. Wa. 40, 2. 19. Choizik zitst ofn Ferd in zieht is. Wohl die älteste und verbreitetste Anekdote. Schon bei Bar Hebraeus und Poggio. Das Roß suchen und darauf reiten, allg. deutsch, mundartl. nd., ostfries., preuß., siebb.-sächs., oböst., schwäb., holl., franz., Wa. 1, S. 877, 906,1365; 3,1315L, 1318L, 1735,1738; 4,183, 955f.; 5,1121,1203. SWB. 3,103; 5,412, 838,1422. p. na koniu jedzie, ä konia szuka. Ad. 224,191; 207,1. klr. Ha kohh ifte h kohh inyKae. Fra. 2, 260, 74; 3, 456, 74.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.