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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 340

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 340 (sequence 344)
Language
German
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334 Bronn er, Puppenmodelle. kleides. Zwecks Unsichtbarmachens der Bänder des „Bristechs" ist die Spitzenhalskrause vorhanden. Das „Fartech" (= Fürtuch) soll, wenn es auch aus kostbarem Stoff gefertigt ist, weniger den Zweck einer Zierschürze haben, ist vielmehr als das Symbol der Züchtigkeit das Kleidungsstück der Ehefrau und wird daher von frommen Frauen später, nachdem die Mode es vom Obergewande verpönt wissen will, in einfacherer Form unterhalb des Kleides getragen. C. Letzter Typus der Sondertracht (Übergang zur Teilnahme an der jeweiligen Frauenmode): Der Kopfputz besteht hier bereits aus einem seidenen Hut („Hitele"), über welchem ein Spitzenüberschlag, das sogenannte „Denko", zu sehen ist. Die Stirnbinde ist modern, in Diademform gefaßt und wird meist alljährlich im Herbste, vor den „hohen Feiertagen", von dem „Perlhefter" (daher der Familienname!) im Hause der Besitzerin umgenäht, also modernisiert. Bei dieser Gelegenheit wird das Diadem durch neue Perlen und Edelsteine vermehrt, die sich die Hausfrau aus den Jahresersparnissen angeschafft hatte. Man nannte dies „Zum Sterntichel-Zulegen", was zu der noch heute üblichen Redensart führte: „Sie hat sich wieder (wird sich) zum Sterntichel zugelegt". „Bristech" und „Fartech" fehlen bei diesem Kostüm in lebhafteren Farben, soweit das „Fartech" nicht unter dem Kleide getragen wird, und die so gekleideten Frauen haben das Haar nicht mehr ganz kurz geschoren, sondern tragen über dem nur wenig gekürztem eigenen Haar einen Haaraufsatz, zum Teil aus Garnposamenterie, zum Teil aus Frauenhaar.1) 1) Eine der Variationen des „Bristech", die i. allg. dem Wechsel der Feste entsprachen, war das „karpenschiepen" (karpfenschuppenartige) für Hoschana rabba und Sch'mini acereth. [Wohl in Erinnerung an den Iivjathan, s. unten. Dr. Grunwald].

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