Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 339)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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330 Bamberger, Aus meiner Minhagimsammelmappe. und veranstalten deshalb an diesem Tage eine Festlichkeit1). 9. Das Beschütten des Kindes. In vielen Gemeinden Norddeutschlands, Polens und Galizien besteht der Minhag, daß man am Schemini Azereth die im letzten Jahre neugeborenen Kinder mit Früchten und Süßigkeiten beschüttet, welche von den eingeladenen Kindern aufgelesen werden. Als Grund wird dafür angegeben: Die größeren Kinder dürfen abends in die Synagoge gehen und an der allgemeinen Simchastaurofreude teilnehmen, und erhalten dort Geschenke. Weil die kleinen Kinder von dieser Freude ausgeschlossen sind, wird ihnen im Hause eine Freude bereitet. 1 o. Das Segnen der Kinder. Am Sabbat- und Festeingang, am Tage selbst und bei deren Ausgang legen die Eltern den Kindern die Hand aufs Haupt und sprechen zu ihren Knaben die Worte: ,,Gott möge Dich so werden lassen wie Efraim und Menasse", zu ihren Mädchen: ,,Gott möge Dich so werden lassen wie Sarah, Rebeka, Rahel und Leah". Bei beiden wird noch der Priestersegen angefügt. Eine besondere ausführlichere Formel ist am Rüsttage zum Versöhnungstage gebräuchlich2). Dieser Minhag hat seine Begründung in dem Segen, den Stammvater Jacob seinen Söhnen und Enkeln erteilte (Genesis 48, 20). 11. Die Wimpel Mapoh. Die Thorarolle zu schmücken galt von jeher als heilige Pflicht. Im Talmud3) wird bereits darauf hingewiesen, 1) Schaare Teschuba 531, 2. 2) Text in Ghaje Adam 144,19 und in meinem Schriftchen: „Für das jüdische Haus", Frankfurt a. M. 1922, S. 41. 3) Talmud babli Sabbat 133b.