Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 335)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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326 Bamberger, Aus meiner Minhagimsammelmappe. sagte ihm: „in Schittim hast du gegen die Unsittlichkeit geeifert und jetzt gegen die Verletzung des Bundes der Beschneidung. Ich schwöre es dir zu, daß du von nun an bei allen Beschneidungen in Israel anwesend sein sollst"1). Der Brauch des Stuhles für Elias wird auch im Schulchan Aruch2) als Vorschrift mitgeteilt und wird auch überall beachtet und die Anwesenden werden vom Beschneider darauf aufmerksam gemacht mit den Worten: „Dies ist der Thron für den Propheten Elias, sein Andenken sei zum Segen." 5. Gevatter und Gevatterin. Während des Beschneidungsaktes hält ein Verwandter oder Thoragelehrter das Kind auf den Knien, es ist dies der Gevatter: Eine Frau aus dem Verwandtenkreise bringt das Kind in den Beschneidungsraum, sie ist die Gevatterin. Beide gelten als die Stellvertreter der Eltern. Elia Bachur kennt die Bezeichnung p*T3ö für den Gevatter, „er weiß aber keine Erklärung dafür"3). Tatsächlich dürfte das Wort nichts anderes bedeuten als das Griechische gtüvBixo«; Beistand4), d. i. derjenige, welcher dem Beschneider bei der Vollziehung der Circumcision hilft. Der Midrasch Schochar Tob5) legt König David die Worte in den Mund: „Herr mit allen meinen Gliedern verkünde ich Dein Lob, mein Haupt beuge ich und bücke mich beim Gebete... Mit meinen Knien werde ich Syndikos für die zu beschneidenden Kinder". Das Ehrenamt des Sandekoaus wurde von jeher sehr geschützt und man überließ die Ausführung desselben nur einmal derselben Person6). Man vergleicht dasselbe mit der Darbringung des Räucherwerks, wozu man 1) Vgl. Nizachon, Abs. 22; Sohar ed Krotoschin 5560 I, S. 93a. 2) Jore Deah 265,11. 3) Tischbi ed Gzbrnowitz 1853, S. 43 b. 4) Levy Nhb. Wb., denkt auch an ctJvrcxvoc der Mit erzeugende, er weist auch hin auf Schönbach, Maschbir ho und Leopold Löw: Die Lebensalter p. 84 und 384. FLEISCHER, Nachträge S. 725 scheint diese Erklärung für die richtigere zu halten. 5) Thillim 35, 3. 6) Remah Joreh deah 265,11.