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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 323

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 323 (sequence 327)
Language
German
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318 Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. artig bearbeitet (s. Mussafia, Studien zu den mittelalterlichen Marienlegenden I. Sitzungsberichte der Wiener Akademie der Wissenschaften, 113. Phil. hist. CL, p. 987, 990; Crane, The Exempla of Jacobus of Vitry, nr. 282, and p. 257). Neuerlich behandelt Gottfried Keller den Gegenstand in s. „Sieben Legenden" (nr. III. „Der Ritter als Teufel"). In der Erzählung selbst sind einige Punkte besonders zu beleuchten. Die fremde Frau, so heißt es erstens, war der Sprache der Vögel kundig. Welche Bewandtnis hat es damit? Die Sprache der Vögel spielt in der Zauberkunde eine ganz beträchtliche Rolle. Einige Nachrichten aus dem nichtjüdischen Vorstellungskreise sollen diese Tatsache belegen und zugleich über unsere Erzählung Licht verbreiten. Pythagoras soll die Vogelsprache verstanden haben (s. Abt A, Apulejus, p. 254, wo die Literatur reichlich angegeben ist). Appolonius kannte alle Sprachen, auch die der Vögel (Bigg, The Christian Platonists2, p. 292). Pherekydes weiß von dem Seher Melämpus zu berichten, der die Sprachen aller Würmer und Vögel verstand, und auf wunderbare Weise herausfand, daß des Iphiklos Kinderlosigkeit mit einem in einen Baum eingewachsenen Messer zusammenhänge (s. Abt, Apulejus, p. 99). Auch sonst fehlt es nicht an Beweisen, daß Zauberer die Sprache der Vögel kennen und dadurch die Zukunft andeuten oder verkünden (s. Benfey, Kleine Schriften III, 324, Zeitschr. des Vs. f. Vk., XIX., 298). Auch in jüdischen Quellen finden wir Nachrichten über Kenntnis der Vogelsprache, wie z. B. R. Wby (b. Gittin, 45a). In der siebenten Geschichte des Alphabets des Siraciden versteht der Held der Erzählung die Sprache der Vögel (s. ed. Steinschneider 513, s. auch REJ. a. a. 0.). Eccl. r. (7, 23 und Parallelstellen) spricht auch von Vögeln in der Wahrsagekunst (/Y151JD ppTP vgl. auch Homilien Clement. 3. 11. Ammanus Marcellinus, XV, c. 7. Apost. Constit. VII, 76). Auch dieses Weib aus Medien dürfte durch Zauberkünste in den Besitz ihrer Kenntnisse gelangt sein. Eine Parallele zu dieser Legende finden wir bereits in der Agada des R. Josua ben Levi, der mit Bezug auf die Frau des Potiphar sagt: T\hv pi^lttDK:} nnvi iitfn nrßD dk h:dd dk njnr» nrwi vh\ p i»d TDj?rfc mvijj wnv

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