Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 325)
- Language
- German
- Belongs to
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316 Marmorstein, Beitr. z. Religio nsgesch. u. Volkskunde. Nacht ein Knabe gezeugt werden soll, der seinesgleichen an Weisheit nicht finden wird. Als der Mann dieses hörte, da ging er mit Siebenmeilenstiefeln (n^Spü) nachts nach Hause, er erkannte sein Weib und er kehrte mit einem Sprung wieder zurück. Sie gebar einen Knaben. Die Sache kam vor Gericht und man erteilte der Mutter die Prügelstrafe. Sie gebar einen Sohn, den man Samuel nannte. Dann kam der Vater heim und bezeugte, daß Samuel sein Kind sei. Samuel selbst sagte: Ich wußte (es), als man meine Mutter schlug, man schlug mich mit der Rute auf mein Haupt, und die Spuren der Rute sind auf meinem Haupte sichtbar. Daher nannte man seinen Vater „Vater des Samuel", um kundzutun, daß er der Vater Samuels sei1)! In den Gutachten ed. Lygk2) wird dasselbe Responsum gebracht, nur wird dort die Ursache der Prügelstrafe deutlicher ausgeführt. Die Geschichte wird mit einigen Varianten auch in den Halakhoth Gedoloth3) angeführt. Die Medierin wußte, nach diesem Berichte, daß ein „großer Mann" (mi iCDJ) von ihm hervorgehen werde. Ferner wird angegeben, daß der Vater Samuels die Reise DBD, mit Hilfe des „Namens" zurückgelegt habe. Drittens wird berichtet, daß Samuel sein Haupt zur Rute geneigt hat, damit sie auf sein Haupt falle. Die mittelalterlichen Rabbinen zitieren die Stelle aus einem Jeruschalmi4). Wenden wir uns nun zum Inhalte der Erzählung! Die Sage gehört, ohne Zweifel, in den Kreis der Betrügereien, die von Otto Weinreigh in seinem Buche „Der Trug des 1) Responsen-Sammlung rtrrtfn •»-tfus Nr. 18. 2) Nr. 97, wieder abgedruckt in B. Lewin's fcfp^iö S matf, Haifa 1921, 130. 3) Ed. Wien 61B., ed. Berlin 337. 4) S. Tossafoth, Kidduschin 73 a, s. v. fcO**N ^iSfy Kim? Sinti *D •»tAiötth, ebenso Ascheri Kid. IV. 7 i'abiü'n^n NnifcnD, ebenso y'^iün Nr. 90. Es ist fraglich, ob der Irrtum nicht daraus entstanden ist, daß man fiWi^fcb für ^biD"^ mißverstanden hat? In palästinensischen Quellen kommt brai irma gar nicht vor, er wird immer n3 *"Q tfna genannt, nur j. Ber. II, 8, wo aber nach j. B. M. IV, 1 bötTOUH i"D8 NStf zu lesen ist. Eschkol, möttpto 'bn, p. 146, Glosse bringt zwei Erklärungen, diese im Namen des Jeruschalmi, derart irsra bna ■»Tabiawa. Der Herausgeber meint: ympft V'b, [vgl. auch die Responsa des R. Menachem Azarja aus Fano, nr. 111].