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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 318

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 318 (sequence 322)
Language
German
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 3J3 soll man beim Krankenbesuch weder zu Häupten, noch zu Füßen des Kranken sitzen, sondern ihm gegenüber. Viertens soll man keine Frau, weder eine Jungfrau noch eine verheiratete, anstarren, nicht einmal ihre Kleider (vgl. darüber jetzt A. Büchler, Types of Jewish-Palestinian Piety, London 1922, pp. 45—47). Ebenso ist es verboten Tiere oder Vögel zu betrachten, wenn sie den sexuellen Akt vollziehen. Auch farbige Geräte, welche an der Wand hängen, soll man nicht anschauen. III, 10. In der Behandlung der Fingernägel kennen die Pirke drei Stufen. Wer sie verbrennt ist ein Chasid, wer sie vergräbt ein Zaddik, wer sie wegwirft ein Frevler (s. b. Nidda 17a). Wer sich die Nägel abschneidet und sich nachher nicht die Hände wäscht, lebt den ganzen Tag in Furcht vor den Dämonen (b. Pes. 112a). Wenn einer die Nägel nicht der Reihe nach abschneidet, so ist er der Gefahr der Dämonen ausgesetzt (s. b. Nidda 17a, Pirke VI, 21, Machsor Vitry, p. 681). Eine Frau, welche die abgeschnittenen Nägel fortwirft, und jemand in die Lage kommt, darauf zu treten, verursacht dadurch Unheil (s. Barajta Nidda, p. 16. Saadja in JTItfifiTn 'D, p. 108, Nr. 116, J.Q.R. 1891, p. 209, Rokeach 318). Die alten Quellen sprechen von den Nägeldämonen }i"Q 'HEf und berichten über Nägelwahrsagekunst, vgl. Güdemann, Erziehungswesen, p. 208a. Die Vorstellung vom zauberkräftigen Charakter der Fingernägel ist auch bei anderen Völkern wiederzufinden, s. besonders J. Scheftelowitz, Die altpersiche Religion und das Judentum 6. 65. III, 33. Durch drei Dinge verliert man das Augenlicht (vgl. auch R. Jehuda b. Nahmani b. Chag. 16a). Wer den Regenbogen betrachtet, wer die Priester beim Segenspruch anblickt und in das Gesicht eines Königs schaut. Einige fügen noch hinzu: wer den Richter beim Urteilsspruch betrachtet. Im Talmud heißt es statt "f?Dn WWESl (Fürst oder Patriarch). In den Pirke des R. Eliezer c. 13 heißt es: Eine Frau, die dem Propheten Elischa ins Gesicht schaute, starb sofort. Nach b. Megilla 28a darf man nicht ins Antlitz eines Frevlers schauen, sonst erblindet man (R. Eleazar). Lev. r. 31, 7 läßt jene, die an dem Glänze der Schechina ihre

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