Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 302)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 293 hat den Zauber, der die Geburt hinderte, entfernt. Die Erzählung von R. Kohen, Bruder des R. Chijja b. Abba, erscheint durch dieses Material auch in einem andern Lichte. R. Kohen will eine Seereise unternehmen und bittet seinen Bruder: Bete für mich! R. Chijja sagt: Was soll ich für dich beten, fürwahr, wo du deinen Feststrauß bindest, binde deinen Fuß! Wenn du aber eine Synagoge betrittst, wo man um Regen betet, verlasse dich nicht auf mein Gebet." (Gen. r. 6, 5, j. Sabbat 5b, M. Eccl. r. 3, 2 z. Eccl. z. p. 96, M. Ps. 104,23). Einige lesen statt ■fwn TOp die Worte WSDn TOp, d.h. man soll das Schiff binden. In einer Zauberformel finden wir die Vorschrift: Wer eine lange Reise unternehmen will, ohne müde zu werden, schreibe folgendes auf ein Pergamentblatt usw.....binde es auf seinen rechten Fuß, selbst wenn er Monate lang geht, wird er nicht müde (Ms. Adler nr. 3832, p. 12a. hy nr :iw .cpp «Vi ja* ato -jtu rott nmn .cpr»n *b\ »Tin ^hrw "»ski \w hra im« nwpi----rj^p). Das Binden des Lulabs dürfte die Bedeutung gehabt haben, Regen heraufzubeschwören. Im Interesse des Reisenden stand es aber, den Sturm oder Regen zu vermeiden. R. Chijja b. Abba meinte daher: Diesmal ist es ratsam, anstatt des Lulab, deinen Fuß mit einem Amulett oder einer Beschwörung zu binden. Für die Lesart, die WÄD statt hf) liest, ließe sich die Sitte anführen, daß die Schiffsleute zum Schutze gegen Dämonen oder Piraten zauberabwehrende Gegenstände anbanden. Man findet ferner die Zeremonie des Bindens bei der Geburt. Es ist als emoräische Sitte verboten, Eisen auf das Bett der Wöchnerin zu binden (Tosefta 117, Z. 11). Man bindet Trauer beim Tode Aarons (Jelamdenu, Jalkut I, 787). In der Geschichte der Fischer, die im Jordan Netze ausgespannt hatten und von denen einer totgesagt wurde, fand derselbe, nach seiner Rückkehr die Trauer gebunden an seiner Türe (j. Jeb. 15d, Tos. p. 259). Der Ausdruck 1157p IBDn findet sich auch j. Joma 1, l, Sota 1, io. Sie sagten: Weil wir jenem Frommen keine Liebestat erwiesen haben, da setzten sie sich (d. h. auf die Erde), banden seine Trauer und übten Liebe mit dem Frommen, und Gott rechnete es ihnen an, als wäre der Fromme dort gestorben und begraben.