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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 295

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 295 (sequence 299)
Language
German
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290 Marmorstein,- Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. im Falle von Wein, Götzen und Geld, vielmehr auch, wenn im Hause zwei Bilder waren, eins davon ist in der Gestalt eines •■pörVT, das andere nicht in der Gestalt eines Ipöl^T usw.u Wir sehen, daß man ein ^p&hl für gottesdienstliche Zwecke benützte. Wir finden das Wort.noch Sabb. 16B, j.A.Z. 42 c, b. Chag. 26 B und an anderen Stellen, vgl. auch R.E.J. 32, 223. Das Wort wird in griechischen Zaubertexten gebraucht. Eine richtige Erklärung wurde noch nicht gefunden, obwohl oft versucht. Benignis in seinem Aufsatz: „Una formula magica bizantina", abgedruckt in Bessarione II, 374—388 erklärt rcspt tou 8s^<pixoü, gegen die Krankheit, die man BsT^txov nennt. Petrides, in der Revue de POrient chretien V. 597 im Aufsatze „Une formule magique", denkt an einen Engel, der Bs^xpixos heißt. Er begründet seine Erklärung mit dem Hinweise auf Moise Schwabs Angelologie p. 215 s. v. r\sbl. Pradel verwirft mit Recht beide Erklärungen (Griechische Gebete p. 80), gibt aber keine befriedigendere Erklärung. Denn seine Gleichstellung von aBs^cpixos mit Batp/mxov steht auch auf einer unbegründeten Vermutung. Das angeführte Gleichnis, das dem griechischen oder byzantinischen Leben treu entnommen ist, zeigt, daß die Frau einen Bslcpntos umarmte und liebkoste. Warum? Wahrscheinlich, um Gunst in den Augen des Mannes zu finden, d. h. Liebeszauber zu treiben, oder aber um Kinder zu bekommen. Dieses geht auch aus dem Worte des p^täW hervor: Kann denn der SsTupixöc Kinder zeugen? d. h. das Umarmen und Liebkosen schadet und nützt nichts. Daß es sich hier nicht um eine Eifersuchtsszene handelt, ist klar. Der König, ein aufgeklärter Mann, zürnt seiner Gattin, weil sie sich mit derlei „Dummheiten" abgibt. In den griechischen Texten handelt es sich auch um Zauber dieser Art. Gebet, Fasten und Umarmung führen zum Kindersegen. Das Altertum kannte aber auch noch andere Mittel. Es war die Sitte verbreitet, die sich heute noch bei den primitiven Völkern nachweisen läßt, daß man bei der Hochzeit, während der Schwangerschaft oder vor der Geburt Kinder adoptiert. Damit wollte man Nachkommenschaft sichern oder die Ge-

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