Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 298)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 289 den verschiedenen Stämmen seiner Umgebung vor der Verlobung oder Hochzeit üblich gewesen waren. Wir kennen dieselben aus den Beispielen, die E. Samt er in seinem lehrreichen und anregenden Buche über „Geburt, Hochzeit und Tod" bei den alten Griechen (pp. 21—25) zusammengestellt hat. Neben dem Gebet gibt es noch ein anderes Mittel. Das Brautpaar oder die kinderlose Frau fastet. In der Sindbadgeschichte wird Fasten als ein Mittel angegeben, welches die Unfruchtbarkeit des Weibes beseitigt. In der Vorrede zum T^n ntfDJ, die Geschichte des Nachman Katofa enthaltend, wird von der unglücklichen Frau des heiligen R. Pinchas gesagt: „Sie war unfruchtbar und betete zu Gott, indem sie sprach: Rachel weinte wegen ihrer Kinder, ich bete für mich selbst. Jeden Morgen beim Aufstehen wusch sie ihr Antlitz, gab sich ein Tuch auf ihr Haupt, und sie weinte bitterlich, sie fastete viele Tage1)." Der Satan spricht zu Isaak, der von seinem Vater zur Opferstätte geführt wird: Wie viele Fasttage hat deine Mutter deinethalben gefastet, bis zu deiner Geburt! Wie viele Gebete hat deine arme Mutter verrichtet usw. (Tanchuma NTH und Midrasch Abkhir). Hierher gehört eine Stelle im Midrasch, deren Sinn bisher noch nicht erschlossen worden ist. „Ein König," heißt es in einem der vielen Königsgleichnisse, „betrat sein Haus und fand, daß seine Frau einen ^pshl umarmte. Da wurde er sehr zornig. Der J^BW sagte: Könnte ein ^pS^T wirklich Kinder erzeugen, so würdest du mit Recht zürnen! Da sagte der König: Wahrlich ein ^pzhl hat keine Kraft dieses zu tun, aber ich will sie lehren, daß sie solche Dinge nicht tun soll (Exod. r. 43, i). *pEb*l ist gewöhnlich ein Tisch, der auf drei Füßen steht, und entspricht dem griechischen Bslcpwoj. Das Wort wird im Talmud und Midrasch häufig erwähnt. In pal. Demai 25d lesen wir: „Wenn ein Jude und ein Nichtjude zusammen ein Haus eines Nichtjuden kaufen, welches Wein, Götzen und Geld enthält, so darf der Jude dem Nichtjuden nicht sagen: Du nimm den Wein und die Götzen, ich aber will mir das Geld nehmen! R. Jochanan sagt: Nicht nur 1) ed. Satanow, Berlin. Grunwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. I. 19