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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 287

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 287 (sequence 291)
Language
German
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282 Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. selben ist verboten, sondern auch das Zählen. Levy1) in seiner sonst verdienstvollen und lehrreichen Abhandlung geht mit Stillschweigen daran vorüber. Die Agadisten sind weniger wortkarg als die neueren Forscher. Das uns zur Verfügung stehende Material zeigt es noch ganz deutlich, daß die Lehrer der Agada oder wenigstens das Volk, dem sie ihre Vorträge hielten, unter dem tiefen Eindrucke standen, daß man mit dem „Zeror", d. h. Kieselstein, außergewöhnliche, ja übernatürliche Dinge hervorbringen oder schaffen könne. Ohne auf die Kodifikatoren zu achten oder vielleicht ohne Kenntnis dieser Barajta — ein Amora konnte auch ohne Barajtakenntnisse sehr tüchtig sein — nahmen die Lehrer auf diese volkstümlichen Vorstellungen, die schnurstracks der Halacha widersprechen, in ihren Predigten Rücksicht. In einer unzweifelhaft alten Quelle wird in gutem Legendenstile die Szene ausgemalt, die sich vor dem Auszuge aus Ägypten abgespielt haben soll. Moses sucht die Stelle, wo Josephs Gebeine liegen, um den Versprechungen der Patriarchen nachzukommen (Ex. 13,19). Von den Augenzeugen der Beerdigung ist nur eine alte Frau noch übrig. Es ist dies Serach, die auch sonst in der agadischen Legende häufig auftretende Tochter Aschers2). Diese Frau führt enthält, der Leiche nachwirft. Nach dem Begräbnis oder beim Verlassen des Friedhofes wird Salz nachgeworfen, s. Scheftelowitz, Altpers. Religion, p. 35. Bei den Juden wird Gras geworfen, s. D"HDti 49c, D^n mm«, II, ed. Berlin 575., "QbD, Nachmanides, mW ttSTö § 41 nitfttfcSl iTipto, p. 134. Jore Deah, § 376. Als Grund wird angegeben, damit man zwischen den Toten und den Lebenden eine Scheidewalid aufrichte. Man findet diesen Brauch bereits in Hiob, II, 12 angedeutet. Gras und Kräuter werden tatsächlich als Dämonen abwehrend betrachtet, s.Frazer, Totemism und Exogamy 1910,11,507, ZdVfV. 24, ef. Ms. Adler 3832, 32, Rhode, Psyche4, I, 219,1. Gruppe, Gr. Myth. I, p. 381,51, und 694. Reifmann (Zion 1,184) erklärt die Sitte, einige Tropfen aus dem Becher am Pessachabend zu werfen, weil man bei Tische von so vielen Unglücksfällen zu sprechen hat. 1) LEVY in ZVfV. III, 23. 2) Vgl. Grünbaum,M., Gesam.Abhandlungen. Berlinl901,161 u. 14. Sie gehörte zu den Männern und Frauen, die lebend ins Paradies gegangen sind, Pirke R. Hak. ed. Grünhut, p. 83, Kallahed. Coronel 9 B, Jalk. Simeoni Ezek. § 367. Ihre Klugheit wird von den Agadisten verherrlicht,

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