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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 288

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 288 (sequence 292)
Language
German
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 283 Moses zum Nil und zeigt ihm die Stelle, wo man den Metallsarg Josephs eingesenkt hatte. Diese Art der Bestattung ist recht auffallend. Erklärer der Legende haben dafür Gründe angegeben. Es war aber noch eine andere Tradition in den Kreisen der Agadisten über die Beerdigung Josephs im Umlaufe, die uns hier nicht beschäftigtMoses steht am Ufer des Flusses, nimmt einen Zeror, wirft ihn ins Wasser und ruft: „Joseph, Joseph, die Zeit der Erlösung ist gekommen, gib Ehre dem Herrn, dem Gotte Israels, und halte Israel nicht auf!" Da kam Josephs Sarg schwimmend an die Oberfläche. Soweit die Mechilta2). Es ist von großem Interesse, die Textgeschichte dieser Stelle zu untersuchen. Die Mechilta des R. Simon ben Jochai (ed. Hoffmann p. 39) läßt den Passus vom Zeror bei Seite, hingegen wird gelehrt, daß die Bestattung im Nilflusse aus dem Grunde geschah, damit das Wasser des Nils gesegnet werde. Im Texte des Talmuds (b. Sota 13a), der Tosefta Sotah (p. 299, 2, 20), der Pesikta R. Kahana (p. 86a) und Exod. rabba 20, 9 fehlt der Satz, gewiß absichtlich. Hingegen zitiert Jalkut (I, 227) die Version der Mechilta im Namen der Pesikta: Moses nahm eine Scherbe, schrieb darauf das Tetragrammaton, warf ihn in den Fluß usw. Ebenso ist die Lesart im Tanchuma (ed. Frankfurt a. O. rf?V2 2). Allein im Tanchuma 2pjJ, sowie Deut. r. II, 7 ist der Satz aus der Mechilta weggelassen. Lekach Tob (Exodus p. 80) und Midrasch Agada (p. 143) bestätigen den Text der Mechilta. Der Agadist hatte seine Schwierigkeiten mit seinen kritischen Zuhörern. Er verwies sie aber auf die Geschichte des Elischa im II. Buche der Könige 6, 6, wo besonders der Gebrauch eines neuen Holzes auffallend erscheint. Allein im Zauber müssen neue Dinge Verwendung finden, wie es auch aus IL Kg. 2, 20 hervorgeht, vgl. auch Fr. Pradel, Griechische und süditalienische Gebete, Beschwörungen und Rezepte des Mittelalters, vgl. Gen. r. 94,8; Eccl. r. 9,3; Eccl. zutta p. 126. Sie rettet eine ganze Stadt vom Untergange, Agadath Bereschith, ed. Bxjbbb p. 45, verkündet dem Jacob, daß Joseph noch am Leben sei, Ps. Jon. Targum Gen. 46,17. 1) Vgl. darüber jetzt Zeitschrift für Assyriologie XXXIII, 94 ff. 2) Ed. Friedmann, 24 a.

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