Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 283)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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274 Grunwald, Aus meiner Liedersammlung. so fragt sie gleich, was hat sie far ein kind. wann sie tut recht erfahren als ein tochter is woren geboren tut sie also viel spitzbuberei treiben. sie sagt gleich: ich wer nicht lang bei ihr können bleiben denn ich hab ihr schon lang lasen sagen wenn sie varungligt, kann sie sich auf mir nit verlasen. un wenn sie schon mit mescharethim mus gehn über ihr dank macht sie, als sie wär ganz krank. kommt sie aber, wo ein berith mila wert sein spreitet sie sich aus ganz fein. sie last sich anein in allerhand sachen un tut sich mit den dienst bekannt machen. sie ret kein ander wort als: „mein kind" un „mein herzleben'*' nur sie soll auf ihr nit achtung geben. kommt ihr die maid aber doch in die küch zu gehn sagt sie: tuhe mir nit über stehn. es mag gut oder schlecht ablaufen tunen sie sich mit denen dienst zanken un raufen. es is nit genug ihre Sachen zu beschreiben dem rischuth, was sie tunen treiben. wann sie gleich sehn, das kind is sehr krank und taug nit zu beschneiden machen sie nix draus un machen den baal bajith hocaoth dernach muss er gross hezzeq leiden. sie tuhn das von ihr einkommens wegen un achten nit den baal bajith sein vermögen. spüren sie aber ein gasthaus wieder da spreiten sie sich aus mit alle glieder. sie schmeichelt die kindbettern mit chanufa un lügen zu denen dienst sagt sie: weis mir alls oder von bett aweg kannst du mich nit kriegen. bifrat die ersten acht tag kommt mir nix in köpf arein mein kindbettrin mus abgewärt sein. nach die acht tag macht sie ein guten anstall die kindbettern last sich es gefall. sie sagt: mein herz, auf den ort, wo ihr hat das kind getragen kann etwas änderst liegen in magen ich wer euch heint mittag etliche gute speis lasen gemessen hingegen darf keiner nur ich und ihr un die maid dervon wissen, die männer musen nit alls wissen men mus sie hinter der licht führen sie sollen nit meinen ein kind springt araus zu der stirn.