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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 224

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 224 (sequence 228)
Language
German
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Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 219 cedeq Tl. II p. 104b (nach Jacob Eisenburg) damit, daß bei der im Jahre 4305 z. Zt. des Kaisers Mauritius in Konstantinopel herrschenden Pest jeder Niesende starb. Nach Pirqe d'R. Eliezer starb man vor unserem Stammvater Jakob beim Niesen. Meqore minhagim § 82 bringt es mit dem Stockfluß in Verbindung. Vgl. Tischbi s. v. sakar. Beim Beten ist es ein gutes Zeichen. In der Synagoge ruft man es nicht einander zu (Jore dea 246,14). Vgl. Hovorka und Kronfeld, Volksmedizin II, 4; E. d. 1. Fontaine, Luxemburger Sitten 42; Klapper a. a. 0. 89, Blau, Altjüd. Zauberwesen 163. — 46b. Ein Mann soll nie in den Spiegel sehen (Jore dea 156 und Beth Joseph 182). Über den Gebrauch der Spiegel der Frauen vergleiche Raschi zu Wajjaqhel. Man benutzt sie nicht, weil eine Gefahr damit verbunden ist (so auch Sefer chasidim). — Glas zerbrechen bei der Trauung: Glück und Glas wie leicht bricht das. Zur Erinnerung an das Zerbrechen der Bundestafeln wegen des Tanzes um das goldene Kalb. — 92 b. Beim Hinaustragen des Leichnams an der Wand oder Schwelle ein tönernes Gefäß zerbrechen. Über das Schofarblasen bei Beerdigungen, wie ähnlich bei den Römern das Blasen auf der Tuba, und sonst vgl. Scheftelowitz (Arch. f. Rel.-Wiss.XV,485ff.), Das Hörnermotiv in den Religionen. — 93 a. In den Statuten derChebra qad. pflegt der Weg, den der Leichenzug zu nehmen hat, festgesetzt zu sein (so in Lissa). — 97 b. Frauen dürfen im Leichenzuge nur mitgehen, wenn die Männer vor der Bahre, die Frauen hinter ihr gehen. Nach manchen besteht eine Gefahr nur auf dem Rückweg. Nach anderen nicht so, daß sie einander ins Gesicht sehen können. Sonst stirbt man vor der Zeit. — In Basra (Benjamin, Mas'e Isra'el) wird die Leiche in offenem Sarg unter Trauergesängen hinausgetragen. Siebenmal stellt man die Bahre ab1), man umwandelt sie unter Gesang und Gebet und jeder wirft einen goldenen Ring in ein Kästchen, das auf dem Leichnam liegt. Dann nimmt der Chakam das Kästchen und spricht (hebr.): „Wir wissen, daß auf Erden keiner lebt, der so gerecht, daß er nie seine Seele beflecken 1) Haschkaba hier auch im Sinne von „Geister niederlegen", vgl. MONTGOMEBY 53.

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