Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 213)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 205 biert, die Namen „Amalek" oder „Haman und Zeresch" dazu zu gebrauchen, um das Gebot, das Andenken Amaleks zu tilgen^ zu erfüllen. 135. Man falte nicht die Hände; das bringt Not und Angst. „Der Arzt Galenus"1) schreibt, daß das Trinken tödlichen Giftes nicht so schlimm, wie solche Angst ist. 136. Wenn man an einem Kleid, das man an hat, etwas näht, so muß man einen Faden in den Mund nehmen und sprechen: „Herr, bewahre mich vor allem Bösen" usw., sonst verliert man das Gedächtnis und den guten Namen. 137. Läßt man ein Kind barhaupt gehen, so wird es ein Dieb (vgl. Schabb. 121b). 138. Man ängstige nicht ein Kind mit der Drohung: „Die Katze" oder „Der Hund" oder „Der Kuthiu (Zigeuner?) wird dich nehmen. 139. Wer eine weite Reise unternehmen soll und wissen will, ob er das nächste Jahr erleben wird, nehme in der Jomkippur-Nacht eine Schüssel mit Olivenöl, halte ein Licht darüber und blicke mit geschlossenem Munde hinein; sieht er Mund und Augen geschlossen, so ist das ein böses Omen. 140. Dasselbe gilt — so nach älteren Autoritäten, wie Bachja etc. — wenn man am Hoschana rabba aus einem Brunnen oder Fluß Wasser in ein reines kupfernes Gefäß schöpft; er stirbt dann in der Nacht der Tebeth-Thequfa.2) 141. Zum Schutz vor Räubern: bei jeder Haqqafa von der Bachweide ein Blatt abreißen oder: 142. Eine Hoschana mitnehmen und genau wissen, wo sie liegt, und in Gefahr daran denken oder einen Waffenbehälter bei sich tragen. 143. p. 32 a. Von Nachmanides, um unterwegs sich unsichtbar zu machen: sprich mit Andacht das Reisegebet, dann lege den Zeigefinger der rechten Hand unter das rechte, den Ringfinger unter das linke Auge, den Mittelfinger über die Nase, drücke, das Gesicht in der Wegrieh- 1) Gr.'s Stellung zur Volksmedizin bei Hovokka-Kkonfeld XIX. 2) Zu dem Brauch, Eisen gegen die Gefahr der Thequfa anzuwenden, Vgl. MONTGFOMEBY 122.