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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 197

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 197 (sequence 201)
Language
German
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Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 193 74. p. 74b. Feindschaft säen. Einen Stein Viva, d. h. lebendig, wirf einem Hunde hin. Hat der ihn ins Maul ge- „Du, Kerub (!), mit angespanntem deckenden (Flügel), den ich gestellt auf den heiligen Berg Gottes (!), (dort) warst du, unter flammenden Steinen (!) wandeltest du.tt Beziehungen des Parzival zum Alten Testament (Tempelsymbolik, Tisch mit den Schaubroten usw., Gral aus Goral=Los) wurden wiederholt betont. Bereits Gelbhaus, Mittelhochdeutsche Dichtung, 1893, hat auf sie hingewiesen („Über den Parceval.. *). Nach dem Targum Jonathan zu Ex. 31,17 waren schon die ersten Bundestafeln aus Saphir. Die „Urim und Thumim* („leuchtend und rein") neben (Ex. 28,17) Edelsteinen. Das Los (goral) stand mit ihnen in engstem Zusammenhange (Baba b. 122 zu Num. 26, 55). Amforta's Tafelrunde erinnert an die 60 Helden Salomos (Cant. 3,7. s), die Kraft des Gral, alle Wünsche zu erfüllen, an das Manna (Jalqut Schim'oni 733), der Munsalvaesche an den Berg Zijon, auf dem Salomo residierte. Weitere Reminiszenzen im einzelnen s. bei Gelbhaus a.a.O. — Jamnes [?Janus, wie die Lesart im Midrasch] und Mambres, die Zauberer bei Apollonius (Kampers 43), sind aus der Agada bekannt (vgl. Blau 25 u. 39). Diese Beziehungen gehen aber noch weiter. Der wunderkräftige Stein, der andere anzieht, ist wohl der Stein, auf dem Jakob schlief (vgl. Chullin 91b zu Gen. 28,11), der Stein, den Menasse ben Israel („La Piedra gloriosa") behandelt und nach ihm Rembrandt gezeichnet, der Stein, mit dem u. a. David den Goliath erlegt hat, der Stein Schethijjah, mit dem David den „Tehom* versiegelt hat (jer. Sanh. X). Dieser Stein, der im Kopf von Drachen*) sich findet (Kampers), wird von David gegen die Stirn des Riesen geschleudert, der hier Goliath, im Kampfe mit Herakles- Melqart Antaeus ist. Wie Herakies (Kampers 14) ist David — Herakles und Apollo in einer Person — der „rote" Ritter. Dem Turme Babels, der schon der Himmelsleiter in der Traumvision Jakobs (s. oben) zugrunde liegt, wird der Turm Davids entgegengesetzt. „Migdol* (= Turm) Davids (II Sam. 22,61) im Zusammenhange mit der messianischen Hoffnung und — an Chol ha-mo'ed sukkoth (!) —- in unmittelbarem Anschluß an die verfallene Hütte Davids (vgl. 'Arnos 9,11 und die messianische Verheißung Jes. 4,6) gewinnt eine neue Beleuchtung durch die neue Aufstellung F. Nöthlings („Die kosmischen Zahlen der Cheopspyramide"), nach der die Cheopspyramide und andere Bauten nach dem Schema des Davids(!)- schildes erbaut sind und die erstere das symbolische Geheimnis der Umlaufszeit der Erde um die Sonne enthält. 365 ist auch die Zahl der Füße des Tisches in den spanischen Salomon- und Herakleasagen (Kampers 61). Wenn Nöthling a. a. 0. die Frage aufwirft, wie sich die hier zu Tage tretende Form nicht gleichseitiger, sondern gleichschenkliger Dreiecke im Davidsschild erklären lasse, so sei daraufhingewiesen, daß, nach R. Eisler, Weltenmantel 302 ff. jeder Schild als kosmisches Symbol *) Daß die Schlange (vgl. II Kön. 18, *) Totem des Hauses David war, nimmt Feazee 1. c. an. Grunwald, Jahrb. f. jüd.Yolksk. I. 13

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