Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 200)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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192 Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 72. p. 58. Glück im Würfelspiel... 73. p.74a. Besuchim Himmel: nach neuntägigem Fasten stelle zwei Holzsessel in ein Zimmer, sprich die Namen „Chezaktemu, Pilaltamu, Herr der Höhe Tarsi" und setze Dich auf einen der Sessel. Du schläfst ein, Deine Seele steigt in den Himmel und stellt beliebige Fragen1). 1) Mit Hilfe eines Grottesnamens sind nach Raschi auch die vier Paradieswanderer Chagiga 14b aufgestiegen (vgl. Blau 26 u. 115). In den „Mitt. d. Schles. Ges. f. Vlkskde. XXI behandelt Kampers orientalische Quellen des Parzival und verwandter Dichtungen, darunter die Paradieswanderungen, den magischen Stein (S. 9, 30), der bei Nacht Sonnenschein verbreitet und durch den Bauch des Fisches in der Salomonssage ringsumher alles erhellt (36). Nach R. Jochanan, dem gründliche Kenntnis der Magie nachgesagt wird (vgl. Blau 46), wurde die Arche Noahs durch Steine, die wie die Sonne am Mittag strahlen, beleuchtet. Daß diese Steine vollständig ein Fenster ersetzten, d. h. auch die Umgebung erhellten, weist auf ihren magischen Charakter hin, und dadurch werden die Einwände behoben, die der Kommentar Thora themima zu Gen. 6, n gegen diese Deutung erhebt. Der magische Stein ist heilkräftig, auch hierin der Sonne vergleichbar, er wurde, nach Thosefta Schabbath V, 17, Baba b. 16b von Abraham am Halse getragen. In Verbindung mit der arca marmorea (Kampebs 39) und den „Marmoriertentf (das. 17) findet er sich als der die Lampe ersetzende leuchtende „marmel* in der Uberlieferung über R. Jechiel von Paris (vgl. unsere Mitteil. II, 35). Dieser Saphir entstammt wohl Ex. 24,12. Das dort erwähnte Mahl ist vielleicht das Vorbild des Mahles der Gralsritter. Aus Saphir fertigte Mose (vgl. Jalqut zu Ex. 34,4) die Bundestafeln, vgl. die Lostafeln (bei Kampers 53). — Im Kopf von Drachen ist er zu suchen (Kampers). Dies verweist auf die phönizische Sage, nach der Melqart von Tyrus den Sonnenbaum im Paradiese bewacht, der das Urlicht ist (Kampers 13), auf das Psalm 97,11 hindeutet. Die Gerechten thronen, nach der jüdischen Uberlieferung, im Paradiese mit Kronen auf den Häuptern, was an die Krone des Adam qadmon und an das Lichtgewand der Gerechten, wie es nach B. MeiVs Lesart zu Gen. 3,21 Adam und Eva getragen haben, bei Kampers 23 erinnert. Der Edelstein, von Melqart bewacht, ist die Sonne, die den Weltenbaum in Blätterschmuck kleidet, und an dem dann die Apfel der flesperiden, die Sterne, wachsen. Er ist identisch mit dem Schilde des Herakles-Melqart, den dieser im Kampfe mit dem Riesen Antaeus gebraucht hat, und der an den goldenen Ölbaum im Tempel des punischen Herakles zu Gadeira gehängt wurde (das. 25). Er wurde in einer Höhle bei Tinge (jetzt Tanger) aufbewahrt (Kampers 10,18). So fällt ein Licht auf Ez. 28. Der Fürst von Tyrus sagt von sich: „Ein Gott bin ich, ein Götterwohnsitz (!) wohne ich im Herzen der Meere.* Vers 12: „In Eden, dem Garten Gottes, warst du, lauter edles Gestein war dein Baldachin. . (vgl. Gen. 2,12). Vers 14: