Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 191)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 183 am 3. und 6. Tage des Monates einen (männlichen) Hirsch. Von seinem Fett und Herzen lege ein wenig mit Weihrauch und altem Wein aufs Feuer. Sogleich erscheint dann ein Greis. Dem reiche den Ring und biete ihm von dem Opfer an. Dann hörst Du das Meer brausen und stürmen und hierauf Musik, ein Zeichen, daß Dein Opfer angenommen worden ist. Nach sieben Tagen findest Du Deinen Ring auf Deiner Schlafstätte wieder. Küsse ihn und lege ihn Dir aufs Haupt! Von da an kannst Du, was Du zu dem Ringe sprichst, von ihm haben. Der zweite Herrscher, der über die Wüsten, ist Aschmedai..., der über die Berge Tartur. Er sieht wie ein Mohr oder Berber aus. Es folgen Miztamus, Makbai {Makkabi?)u. 5. Die Engel der Wochentage. Dieses Stück stimmt fast wörtlich mit den von Gaster („The wisdom of the Chaldeans" in Proc. Soc. Bibl. Arch. Dez. 1900) veröffentlichten Texten überein. Es lautet: Am Sonntag herrscht Rafael1). Er sieht wie ein Mann aus, der mit ausgestreckten Händen und Füßen auf einem Throne steht. Zur Rechten bedient ihn ein Engel, namens Rathbiel, zur Linken P'niel (vgl. Phanuel: Henoch 40, 2 sar ha-panim, zu Häupten Ariel, zu Füßen Lahabiel (entsprechend den Stellungen der Erzengel rings um den Thron Gottes, vgl. Bischoff, Astrales 136). Am Montag herrscht Gabriel2), er trägt zwei Hörner (Hörner auf babyl.-ass. Darstellungen göttliche Abzeichen), deren jedes seinen Engel hat; am Dienstag Samael, am Mittwoch Mikhael3) (mit einem Horn), am Donnerstag Zadqiel (mit zwei Hörnern), am Freitag Anel. Er ist über die Erde gesetzt. Seine Gestalt ist die einer Frau, die 1) Vgl. NÖLDEKE-Festschrift 543. (G. der populärste Erzengel; daß er nicht als n. pr. gebraucht wird, ist nicht zutreffend.) 2) Michael, Gabriel, Uriel bei Montgomeby 61, das. auch die aus dem „Faust" bekannte Baubo. — Gabriel fängt den Livjathan Baba b. 75*, vgl. Arch. f. Rel.-Wiss. XIV, 6. Livjathan dem Wortsinne nach mit Pompilus zusammenzustellen. Über letzteren 1. c. 13. 351. 3) Über Mikhael und Metatron vgl. Montgomeby 98.