Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 192)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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184 Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. in einer Hand einen Spiegel, in der anderen einen Kamm hält. Am Sabbat herrscht kein Engel, da ja an diesem Tage keine Arbeit verrichtet werden darf. Auch die Monate haben ein jeder seinen Engel, im Schaltjahr besondere, ebenso die einzelnen Monatstage, die vier Himmelsrichtungen, die vier Sonnenwenden usw., wie noch heut in der Astrologie (wieder in einer fruchtbaren eigenen Literatur gepflegt) als „Erzengel" nach Agrippa in Beziehungen zum Zodiakus genannt werden: Melchidiel, Gabriel, Zuriel usw. und für die Planeten: Raphael, Gabriel, Michael, Haniel, Camael, Zadkiel und Zaphkiel (so bei Feerhow, Kursus der prakt. Astrologie 52 u. 120). „Der Gott der Macht über die Stunde" bei Montgomery 56. 6. Ganz ähnliche Texte, Vorzeichen und Deutungsregeln enthaltend, wie wir sie bei Jastrow, D. Religion Babyl. u. Assyr., lesen, bieten hier p. 42ff. Der 13., 14. und 15. Tammuz sind kritische Tage. Vom 13. hängen ab die Monate, Elul, Tischri, Marcheschvan und Kislev, vom 14.: Tebeth, Schebat, Adar und Nisan, vom 15.: Ijar, Sivan, Tammuz und Ab. Betrachte die Sonne am 13. Tammuz. Ist sie ganz bewölkt, so regnet es in der ganzen Welt in jenen vier, von diesem Tage abhängigen Monaten usw. Wenn es am 21. (nach anderen: am 22.) regnet, wird das Getreide am Ende des Jahres doppelt so teuer sein, als es zu Beginn des Jahres verkauft wurde. Regnet es diese beiden Tage, dann herrscht das ganze Jahr Getreideteuerung. Regnet es an beiden nicht, dann gibt es ein gutes Jahr. Auch fand ich in einer Baraitha geschrieben: Regnet es am ersten oder zweiten Tag Schabuoth, dann ist das ganze Jahr lang das Getreide teuer. Von Ezra, dem Schriftgelehrten (von ihm auch p. 83b über Teuerung oder Billigkeit), wird überliefert: Fällt der 1. Januar (?) auf einen Sonntag, so gibt es einen guten Winter, trockenen Sommer, Säuglinge sterben, viel Öl und Honig, — wenn auf einen Montag: viele Kranke genesen, Sterben unter den Säuglingen usw., — Dienstag: Schiffe gehen unter usw., — Mittwoch: Sterben junger Leute, — Donnerstag: Kriege, Rinderseuche usw., — Freitag: Säuglinge sterben, Augenkrankheiten usw., — Sabbat: Seuche