Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 177)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Nacht, Der Fuß. worden zu sein. So sind die Worte des Königs David an Uria zu verstehen: „Geh nach Hause und wasche deine Füße"1). Ebenso die Worte Abigails an den um sie werbenden David: „Siehe, deine Magd ist bereit, die Füße der Diener meines Herrn zu waschen"2). Dieselbe Redewendung in dem eben gezeigten Sinn findet sich in folgender talmudischen Erzählung klar und deutlich wieder: Rabbi Elieser erzog die Tochter seiner Schwester in seinem Hause. Als sie die Heiratsreife erlangte, sprach er zu ihr: „Meine Tochter, nun mußt du mein Haus verlassen, um einen Mann zu heiraten," worauf sie ihn erwiderte: „Siehe, deine Magd ist bereit, die Füße deiner Schüler zu waschen". Da sagte Rabbi Elieser: „Meine Tochter, ich bin zu alt dazu, du solltest einen jungen Mann deines Alters heiraten". Sie aber erwiderte: „Sagte ich dir nicht vorhin: Deine Magd ist bereit, die Füße deiner Schüler zu waschen?" Als er dies hörte, bat er sie um Erlaubnis und heiratete sie3). VII. Fußwaschen ist, wie wir vorhin gezeigt, euphemistischer Ausdruck für geschlechtliche Annäherung. Dies im sittlichen Sinne. Doch wird Fuß (btf) oft auch als „Jezer" ("1^„) 1) omaaib ion -psn (n 'n batatö) ttyb:n yn-n ^ninb "nw jnvrriö nnrvo nmn -irca** :V':at -^biTtf j*"nb. 2) ^nttfii n:in :i»Nm rroab ib ttnnpb bijpaöo wn m nbiö-n (41 /d 'n b&rar) ^» -»bin ywnb nnsiDb. Die Fuße „dir Diener meines Herrn" ist nur eine bescheidene Umschreibung. Es soll heißen „die Füße meines Herrn zu waschen". Doch wagt sie es nicht, sich dem Könige direkt anzubieten. Statt des Königs wählt sie daher „die Diener meines Herrn". Diese Umschreibungsart ist im Talmud auch anderweitig gebräuchlich. Hierher gehören viele zu Ungunsten Israels geäußerten Worte, wo Israel (bttTC^) mit "baniZP bttJ DrPiS2V£„ bezeichnet wird. Vgl. p. 75 und an anderen Stellen. Siehe auch Blau, Das altjüd. Zauberwesen, S. 62. 3) -isruD iy rjcron im a'^ imn» nn na bna b-ran ^ntta abn nb mtt« .izrab ^asm -ns :nb n!o» .d^too ttb •wram nN£ ^n:pT -dd ^ra :nb ^w«?fc]T*»bn -6:n yimb sineiöb ttnsiöb "jrittN «bn j-prsb tton -p «b :ib mtttf •hjm»D© nrab mizn ba: ,rr^m na -p-o p-y-r^bn ->b:n *pmb t"o p->D f'-nN) "ntmpi. In demselben Sinne dürfte sicherlich auch die Midraschstelle zu verstehen sein: «btD Töbfc prcnpb nab Natrn, ('i n"* rrens nm riTOK-n) ."-nba^ yirnb im« nnw.