Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 174)
- Language
- German
- Belongs to
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Nacht, Der Fuß. 167 ist ein Zeichen hoher Ehrerbietung1). Ebenso die Fußwaschung. Die Mutter des Tannai R. Ismael pflegte ihm aus Verehrung die Füße zu waschen und das Wasser zu trinken2). Im allgemeinen ist es der Schüler, der seinem Lehrer diesen Dienst erweist. Doch können wir mitunter auch den umgekehrten Vorgang beobachten. Der Lehrer wäscht dem Schüler die Füße als Symbol der Gleichheit. So nimmt Jesus die Fuß Waschung an seinen Schülern vor3) und meint hierauf: Wenn ich, euer Lehrer, euch die Füße wasche, so seid ihr verpflichtet, ebenfalls einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, tut, was ich getan habe. Die Wahrheit sage ich euch: Der Diener ist nicht größer als der Herr, der Bote als der, der ihn geschickt4). Die Kirche hat später diesem Symbol der Fußwaschung die weiteste Verbreitung verschafft. Sie bedient sich dabei der strengsten Maßnahmen. Von der Synode von Toledo (694) war den Bischöfen und Priestern bei Anordnung der Exkommunikation befohlen worden, ihren Untergebenen die Füße zu waschen. Die Regel des heiligen Benedikt schreibt vor, daß jeden Sonnabend von Küchenwöchnern allen Ordensbrüdern, den Freunden und Gästen aber vom Abt und von der gesamten Ordensfamilie die Füße gewaschen werden. Seit Ende des 12. Jahrhunderts wusch der Papst nach der Messe zwölf Subdiakonen und nach der Mahlzeit dreizehn 1) Johannes 12, 3: 17 ovv Magiap Xaßovöa Xirgav \lvqov vagdov itiGwf\g TtoXvvltiov i]X£Lipev rovg itodag rov h\cov xal i^ipa^sv ralq ftgi1~lv avrijg rovg itodag avrov f\ dh olxLa iitXir\6^i[\ in rf]g 66\Lf\g rov flvgov. Luk. 7,38: xccl cr&ccc hitlcm tcccqcc rovg itoSag avrov y.Xa'iov6a roig dangvöiv rjg^aro ßgi%uv rovg itodag avrov xccl rcclg &gL£iv rf\g xscpaXrig avzfjg £%£yLct6<ssv ucci TtarscpiXst rovg ito&ag avrov v.a\ iqXsiqiSV rq> pvgcp. Vgl. auch Krauss I, 687, A. 242. 2) Nmn Niznnto *m npn rns-n ndjis bamizr Sn tok 'doid "pump ■^bra-n-') tran na nnra rtmm vbn na nssrm (n"y a"b ■pa'ita S tt'S vi*rnp. 3) Johannes 13, 5: elra ßdXXsi vdag sig rov viitrijga xai jigt-axo viitruv rovg itodag rebv fiaabjraw, nal £y.{ia66siv rm Xsvricp m di£^ca6ybivog. 4) 1. c. 14: sl ovv iyä> svitya v\l&v rovg itodag 6 xvgiog "Kai 6 diddexaXog xai viistg öcpsiXsrs aXXrjXcav v'ntruv rovg itodag. 15: vTtoduy^a yccg sdaxa vyLiv . . . Ttoirjrs. 16: a^r\v ayA\v Xiyca v^liv, ovv. söriv dovXog tisL^av rov xvgiov avrov ovdh anoGroXog \Lsl£(av rov itiptyavrog avrov.