Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 169)
- Language
- German
- Belongs to
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162 Nacht, Der Fuß. insofern Kraft und Einfluß, als seine Füße mit der Mutter Erde in Verbindung stehen. Er bleibt machtlos, sobald der Boden seinen Füßen entzogen wird. Die in der Luft schwebenden Zauberer sind ihrer Kraft beraubt1). Auch Tiere kommen um ihre Kraft, wenn man von der Erde unter ihren Füßen nimmt. So erzählt Rabbi Menasche ben Israel: In einer Stadt in Afrika pflegten die schwarzen Zauberer beim Fangen der Elefanten folgendes Mittel anzuwenden: Sie nahmen von der Erde unter ihren Füßen, legten sie in irgend ein Kleidungsstück, das zugebunden war, und so führten sie die Elefanten ungestört ins Schlachthaus2). Hat die Erde unter den Füßen eine gewichtige Rolle in der Zauberkunst, so auch daher die mit der Erde in Berührung kommende Fußsohle. Diese hat Linien, an denen man die Angst, wenn sie sehen, daß ihre Fußspuren ausgegraben worden sind. Eine Negerin sammelte die Fußspuren eines Ehepaares, legte Hundehaare in die des Mannes, Katzenhaare in die der Frau und vergrub sie dann. Da war der eheliche Frieden zerstört, beide lebten wie Hund und Katze.tf :'d n-nnn 'o dtm n^mtb Tii2 s"n D^nm rmnn ynw "psn rD-tfWi sim« ->b:^ nnntt D^npib d^swd wm DisiöDttn bsi» tibynb Da nsn ."o^-n Dmr> tro o^ömm. 1) nbw imo ,iEöfc wat Dn:to Vn, :104 12t s"n Dia yan^ y*9i ."y-wn izyz ombjn iy^ bnb o^bübün "-nisso ,-,ro msTöDtoiro -ponb by o^w D",Bi23D,DmüD : 'o D^T»on 'o D^n 161 's a"n oun ,D*«.^Bn onu5 sro am mujrb a-r^Dton o^tos D^i^n ,ynNn a^b-cp D^BTOTan vN f** jT1"!^^ &6n ,yn«a D^BiüD'on -p^TO baa msoin es "p:n ."ünSDn cniD nto to^td apmb crwvDton bwbb -"l 'n ntOTö rmntt b*. Vgl. auch Gbimm, Aberglauben II, S. 899: „Vor dem Gericht darf man sie nicht die bloße Erde berühren lassen". 2) ^ram» "tdn'd n'b p^s b&nu^ p rnz»1» /hib o^n raraa imnbi cnsnb d^eti a^BTEDton D^in^n "iidmd ,Np^B« npbm nann ims D^iznpv arrb:n rp -pT» nnm D^npib DT^sfi Äk]nn nstti T)bn cnü^nio mnb om« D^bta mbto irNzn. Dieser Aberglaube von der Macht der Erde, die sich mittels des Fußes auf den ganzen Menschen überträgt, resp. ihn seiner Macht beraubt, beruht sicherlich auf der Vorstellung, wonach den mit der Kraft spendenden Erde in steter Berührung stehenden Füßen besondere Lebenskraft zukommt. Diese Vorstellung liegt schon, wie Forscher auf dem Gebiete der Symbolik aufmerksam machen, dem griechischen Mythos zugrunde, wonach Antäus unbezwinglich ist, solange er die Erde mit den Füßen berührt.