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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 163

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 163 (sequence 167)
Language
German
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160 Nacht, Der Fuß. Den besiegten, besitzlosen Königen werden zum Zeichen des Besitzverlustes die Füße abgeschnitten1). Esau wird um seine Macht kommen, wenn die Nachkommen Jacobs ihn an der Ferse fassen2). In diesem Sinne bedeutet ,,Fußstrecken" Besitzlosigkeit3) resp. Unehrlichkeit, Wortbruch4). Ja, die Wahrheit hat Füße5), sie steht aufrecht6), die Lüge hat keine Füße, kann daher nicht stehen7). hin und her, setzt seine Füße in Bewegung, etwas zu verdienen, daher er in den Fersen friert (Jellinek, Der jüd. Stamm, S. 58). 1) "-nba-n v^p m:inn na -issp'n,, :'i trüsnü. 2) w o-oDi: vw -on -ps ... 10 np» m&? npan rww f\i3n (n'b p^iD 8'/tans) *nb:n n« ysp-n sp^rn t-to Mi©. 3) ('« a"p mmro) ,ab:nn na ib ü^di isnrtb rn*tt poian*. So fasse ich den Ausdruck "bin S3123DÄ auf als Gegensatz zum aufrechtstehenden Fuße, der Besitz bedeutet. (""Pb:n b? nWiö tna blZ3 4) In der Sprache der Mystik ist der Fuß das Zeichen des Vertrauens und der Verläßlichkeit. Vgl. "ü"1D1ü Wl„ (Kommentar zu imb« "»m »sn) s. 112: apy :iö"d ,iinMi an o^bmn "•pbjn riN. Dagegen bedeutet „Fußausstrecke n" Unzuverlässigkeit, Verrat. Das talmudische *b:nri riN ib ütöd„ ist Prov. 25,19: b :m„ "ms dt2 "wm nüM mni3 entlehnt. 5) So im Talmud die Redewendung "lült) cb^H,, („die Sache hat Füßetf) für eine wahrheitsgemäße Behauptung. 6) -ws^oip s""ib D^ra -»anpb nen ."Kp Ntaiznp,, : Vp nniö ^nm nru tdd Sio» '-»m nbi*n '^£Oi ipia nmb «bi», :7 lat rmti .Np awranp pi vb:n nrni aon nwNn ,mi2W3 N^no ,rp;z5tt brc *)b:nb fisar\ Cinn d-wd m'itt) u-pb:m "pb:n *pütt "rittet nsina. Vgl. dagegen das Volkssprichwort (Bernstein, jüd. Sprichwörter, s. v. ntta): -ipia v3"^5^ >ö"«d aan ntta "pn^b^ o*k o^b "pp a-o t3«n. 7) ib v** ipxDj, :yn na -pri ."-»ap ab- N^p^^n» :i"p nn© D//kin "nnT ^ipn yyi ."wbn. In Sabbat p. 104 heißt ähnlich: ■^Kp fWD Nim fcnpitö, und dazu die Erklärung: die drei hebr. Konsonanten aus denen Ätalp*»Z3a (Lüge) besteht, haben keine Basis, „Füßetf, auf denen sie ruhen, während die hebr. Buchstaben urittN„ von mehreren „Füßen" getragen werden (vgl. Jellinek, 1. c, S/9). Dazu dürfte auch der im Talmud übliche Ausdruck: "izmtttt mnn Tbim TT* N£tt tfb„ ('n '« muttnn aipb'O "b:n n^pn mb ^in ab„;(t"3> mmi) gehören, womit gewöhnlich eine falsche Meinung bezeichnet wird, im Gegensatz zu der wahren, für die man die Redewendung 8tainb D"*byi„ hat. Dies erinnert übrigens an die deutsche Redensart: „Die Sache hat Hand und Fuß". Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Redensart dem talmudischen 813lb Ü"*by)„ entlehnt worden ist.

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