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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 159

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 159 (sequence 163)
Language
German
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156 Nacht, Der Fuß. Da der Fuß „Frau" Fruchtbarkeit bedeutet, so wird daher in der mystischen Exegese der Begattungsakt mit Fuß resp. Fußwaschen bezeichnet. So sind die Worte König Davids an Uria aufzufassen: „Geh nach Hause und wasche dir deine Füße"1). In diesem Sinne sind auch die Worte des Hohenliedes zu erklären: „Ich habe meine Füße gewaschen, wie könnte ich sie verunreinigen"2)? Ebenso die Worte der Sprüche: „Kann jemand auf Kohlen gehen, ohne sich die Füße anzubrennen"3)? Diese Erklärungsweise ist schon im Talmud anzutreffen. So stützt sich der talmudische Lehrsatz: „der Befruchtungsakt darf nicht gewaltsam ausgeübt werden" auf die biblische Stelle: „Denn es heißt, wer mit den Füßen eilt, ist ein Sünder"4). Ebenso wird mit Berufung auf geist. In diesem Sinne lautet auch das Sprichwort, das den Mann vor Ehebruch warnt: „Man muß nicht Füße in fremde Schuhe stecken". „Ein schöner Schuh wird nie ein häßlicher Pantoffel," d. h. eine schöne Frau behält immer ihre Anmut. „Schöne Schuhe drücken oft am meisten", d. h. schöne Frauen bereiten Sorgen. Aigeemont, Fuß usw., p. 52. Heißt „Ablegen der Schuhe" sich von der Frau fernhalten, so ist damit der bei den Rumänen verbreitete Aberglaube erklärlich, wonach derjenige, der nur einen Schuh an hat, schwer sich verheiraten wird, ist er aber bereits verheiratet, so läuft er Gefahr, Witwer zu werden. „Nu se ümblä cu un picior incältat si cu unul descult, ca mubli mult päna te insori. Cänd iesti cäsätorit, nu umbla cu un picior descult si unu incaltat cd tragi a vaduväici" (A. Goeovei, Credinti etc., 1915, p. 269). Dagegen symbolisiert im Sinne von ^NOfä Schuh Mann der auf Hochzeiten sich zeigende nackte Fuß eines unverheirateten älteren Mädchens den Wunsch einen Schuh, d. h. einen Mann zu bekommen. Darauf dürfte der in manchen Teilen Englands übliche Brauch zurückzuführen sein, wonach die ältere unverheiratete Schwester auf der Hochzeit der früher verheirateten jüngern Schwester barfuß tanzt. 1) "jzvob t% :r,vnKb n/y2 to'te ^-wn yvtibs anp: ^nrn »'Sb nmaKb lon) "nw anTptD win msi-o ^iras jT'5^ Yn^ 0»KbTTK. 2) (o© ,Dtm»b non) "cbsbn rco^N ^b:n n» ^n^m» £>"ma. 3) Sprüche 6, 27. 28. Unter „Anbrennen der Füße" ist unerlaubter geschlechtlicher Verkehr zu verstehen, wie aus dem Nachsatz hervorgeht: bü* ann p — nr-nsn ab vb:m Q-bmn bs> iztk k-prp DN» Drrötfb iüti üj> yyi .anp3-» «b in^n ma«. 4) vrbsnz ysi matta tnb nm»« spab Giab ^no», : 'p T»3iiy rrb:n yo» :^rro*i ,iD^a5n p^b "D^b^^ü» dtö ^Tzn y$i ."tfttnn U125V bD3 y-D. Vgl. oben S. 155, A. 5.

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