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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 158

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 158 (sequence 162)
Language
German
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Nacht, Der Fuß. 155 fort zu blühen, wenn er von schönen Frauen mit den Füßen berührt wird1). In der Sprache des „Sohar" und der jüdischen Mystik überhaupt heißt daher die Frau „der Fuß des Mannes"2) oder „der Fuß" schlechthin3). Die Worte der Bibel: „Leg ab deine Schuhe von deinen Füßen" (II Mos. 3,5) erklärt der Sohar wie folgt4): „Gott ließ an Mosche den Befehl ergehen, er (der Mann hyi Schuh) möge sich von der Frau (= hr\ Fuß) fernhalten5). 1) Vgl. Nala u. Damayauti, altindisches Märchen, übersetzt Ton Kellnek, üniversalbibl. Nr. 2116, S. 61, A. 2) ■wbitK »"-ib nms«b iön) *nb:?:n -nb:n n«^pn« «apiarr, (V: is. 3) («Ti niiT) "anr-ra an .ttet^ -p-ron r^-v 4) (nrab) in"apn maro -rhn -i"« ^b:n hm yhy* b«, "psn .(«sn *o 'd üb^n iü-ito) "rrnnttB Ta-isnnb "ms ^pna *c«m«b ^y-Ott n-n "CNOto,, "p^-np ^bsn, „einen Schuh, der größer ist als mein Fuß kann ich nicht gebrauchen", d. h. sie (die Frau) kann nicht einen Mann (= Schuh "-tf Oft) über ihren Stand (tf^^O Fuß Frau) hinaus heiraten. Daraus g^ht klar hervor, daß der Mann ^:NÖton Schuh heißt, die Frau hingegen ÄN3^D„ Fuß. Kkauss I, p. 624 übersetzt die Stelle Kidduschin 49: „d. h. der Mann heiratet nicht gern über seinen Stand hinaus", was aber unrichtig ist, da die Verweigerung, in einen größern Stand hineinzuheiraten, sich auf die Frau bezieht, die den ihr überlegenen Mann nicht vertragen kann. Eine ähnliche Stelle findet sich bei Ovro, wo vom „größern Gemahl, von dem sich die Gattin gedrückt fühlt", die Rede ist. Heroiden IX, v. 25—30: „Doch, wie man schlecht vor den Pflug spannt ungleichartige Stiere, So von dem größern Gemahl fühlt sich die Gattin gedrückt". („Qain male inaequales veniunt ad arata iuvenei Tarn premitur magno coniuge nupta minor".) Dasselbe Ovidische Bild finden wir bei Ben-Sira (ed. D. Kahane, Warschau) p. rt"D: "thit» *nttn "nttm ia-nn tfbi nbr>TO rro« b*s ^iön. Hier gebraucht Ben Sira ttT25'niriff sicherlich im erotischen Sinne. Vgl. darüber meine Abhandlung: „Eupbemismes sur la femme" RdEJ., Bd. 59 (1910); vgl. auch meine Schrift: The symbolism of the shoe, p. 15, A. 73, wo auf eine ähnliche Stelle bei Horaz (Ep. 10,42), die ungleichmäßige Paarung im allgemeinen betreffend, hingewiesen wird: „Cui non conveniet sua res, ut calceus olim, — Si pede maior erit subvertet". 5) Eine andere Stelle des Sohar bezeichnet die Frau als b3>3. Demnach wären die Worte UM. 3,5 „Leg* ab deine Schuhe*, auf die Frau zu beziehen. Die „Schuhe", d. h. die Frau, während der Mann der Fuß

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