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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 148

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 148 (sequence 152)
Language
German
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Nacht, Der Fuß. 145 andern Völkern in noch viel größerem Maße. Im christlichen Mittelalter fehlte es daher nicht an Kanzelrednern, die die in Deutschland eindringende französische Mode, die in gröbste Schamlosigkeiten beim männlichen und in ungenierteste Zurschaustellung körperlicher Reize beim weiblichen Geschlechte ausartete, scharf tadelten und manche Philippiken gegen den „Kleiderteufel'; und „Hosenteufel" führten1). Doch wozu in die Ferne schweifen? Ebenso hat Charles Blanche (L'art dans la parure et dans le vetement) darauf hingewiesen, wie die weibliche Kleidung des zweiten Kaiserreiches vollkommen den losen Sitten der Zeit entsprach. Das Familienleben löste sich auf und wurde durch das Treiben der Straße ersetzt. Man entwickelte alles, was die Frauen verhindern konnte, sitzen zu bleiben, man entfernte alles, ,,was ihren Gang hätte belästigen können". Ähnliche Erscheinungen zeitigte der Weltkrieg, besonders was die Bekleidung des Damenfußes betrifft, „was ihren Gang hätte belästigen können". Ein Augenzeuge schreibt darüber folgendes: „Es war auf der Calea Victoria, der Tau^ntzienstraße Bukarests, großer Korso rumänischer Schönheiten. Alles sehr hell, sehr lustig und sehr duftig gekleidet. Weitherzige Dekolettes und sehr kurzröckig nach unten zu, wie es in Bukarest Mode ist und der glühenden Temperatur entspricht. Vor mir geht eine Dame, vielleicht ist es auch ein Dämchen. Man kann dies in Bukarest nicht immer so recht unterscheiden. Sie ist Vorkämpferin der neuen Mode. Sie hat keinen Strumpf an. In dem zierlich weißen Atlasschuh steckt der bloße Fuß. Das schlanke Bein ist ziemlich stark wenn sie Knabentracht anlegen soll." Was die Ausgelassenheit der Zionstöchter betrifft, so muß dabei an eine bestimmte, in geschlechtlicher Beziehung entartete Frauenschicht gedacht werden, die, wie in jeder Großstadt (vgl. V's ■p5T"i:?) auch in der damaligen Großstadt Jerusalem zuhause war. Über einen derartigen Männerschlag, der sich infolge seines sittenlosen Lebenswandels den Namen "yTiTÖ zuzog, vgl. Sabbat 6,2: rnaa -nanb ^rois m«,..: rrr frna •ro:« ö^tdit» som in am aottn ,T\bw n^Kiö nsn in Tvomy nsa am m*o ttt. run .«mw "jb-Di önon n"« .2*1 nnnn in mca mm ,*natp Vi *iat Vn -rrtfn mnun-n. 1) Dr.Wedel, 1. c. 47. Vgl. auch Kienzl, N.Wien. Journ. 1923, Nr. 10467. Grunwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. I. 10

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