Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 146

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 146 (sequence 150)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2638044-2638083-2638084--2134-2639508
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nacht, Der Fuß. 143 lassen haben, die erste Frau aus dem Fuße des Adam zu bilden; sie würde sonst viel zu viel ausgehen1). Steht nun, wie gesagt, dem jüdischen Weibe das viele Ausgehen nicht an, wie viel weniger der „unkeusche Schritt", vor dem schon das vornehme jüdische Mädchen sich in acht nehmen sollte2). „In kleinen Schuhen zu gehen, damit der Fuß klein aussähe, und kleine Schritte zu machen, wenn sie zur Kirche geht", verlangt die ritterliche Romantik von der frommen, in die Kirche gehenden Frau3). Im Gegensatz dazu erzählt der Talmud: Einst ging die Tochter des berühmten Rabbi ben Teradion durch die Stadt. Ein vornehmer Römer, der ihren Gang beobachtete, rief in Bewunderung aus: „Wie schön sind die Schritte dieses Mädchens", worauf Fräulein Teradion ihren Schritten besondere Aufmerksamkeit zuwandte4). Dies hatte zur Folge, daß die Tochter des Rabbi später in ein unanständiges Haus geriet, was sie als gerechte Strafe für ihre begangene „Schritte-Sünde" ansah5). Ja, die Augen des Allmächtigen sind auf die Wege des Menschen gerichtet, das heißt: „auf unsere Schritte"6). Die Propheten Israels unterließen es daher nicht, die unkeusche Kleidung und Gangart der Zionstöchter, die „einhergehen 1) "rp:ö^a ^nn »biö binrs "po ab% :^ ,n"-< rrais nni rmaa-o. Ein christlicher Prediger des 13. Jahrh. knüpft an diese Midraschstelle folgende moralische Lehre an: „Nun höre guter Mann, Ewa, die war nicht gemacht aus einem Fuße, und dabei sollen wir merken, daß du die Frau nicht verschmähen noch unter die Füße sollst werfen oder treten. Aber mancher Mann tut das nicht. Dieser soll nicht selig werden*1. Vgl. Güdemann, 1. c. I, p. 194,130, A. 1. 2) Drtnn.a'TOi mao ma^oa siosb iipipf, :n"i -»"sn n"-» ~u? 83 rr-^n n«brr nan .gn^3D ^bn ro rroas bs n"». 3) Wedel, 1. c. p. 47, vgl. auch oben S. 140, A. 5. 4) ...nrrrt a"a ■»'Sot ,m:m brc rrnpa nizrt ms :n"-> i"? —-ipi ... mrwoa ina 2 nws : "n«« ^fc-n "»b-na "»sab robrrö ^rn^osn. 5) .rnmpa nutf '=n tiwa bi-w ... m:B t"? (du ^"idi .WoB p*npT i^b«») »'Wi b*. . 6)-"rwoB pnpn i^bk ,w b2 b?„ :n"i -»"«n w V* rr»brt "pan.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.