Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Nacht, Der Fuß. und sonstige Strafen zur Folge hatte1). Weil nun einmal der Fuß Anlaß zur Sünde werden kann, müsse man daher „auf die Sünde der Schritte", um mit dem Psalmisten zu sprechen2), ganz genau aufpassen. Diese Mahnung richtet sich zunächst an das Weib. Schon das viele Ausgehen steht dem guten jüdischen Weibe nicht an. „Das Haus, das ist das jüdische Weib"3). Die Würde des Weibes besteht darin, daß sie die Gänge ihres Hauses bewacht4). Die Frau, die sich außerhalb ihres Hauses herumtreibt, wird als die „Unkeusche, deren Füße nicht zu Hause weilen", betrachtet5). Um der Frau zu ihrer häuslichen Bestimmung zu verhelfen, soll der Schöpfer, wie die Agada erzählt, es unter- ■fm1")* bsn ni^. Diese Worte lassen unwillkürlich an jene Kegenwetterspaziergänger denken, die (wie Aigeemont erzählt, 1. c. p. 31) am liebsten bei schmutzigem Wetter ausgehen, wenn die Mädchen und Frauen Kleider und Röcke hochheben müssen, daß Füße, Waden und Knie in angewohnter Entblößung sichtbar werden". Im allgemeinen gilt der entblößte Schenkel als ganz besonderer Schamteil. Daher darf in Gegenwart einer Frau mit entblößtem Schenkel, und mag sie auch die eigene Frau sein, das „Schema-Gebet" nicht verrichtet werden. Vgl. nVttfc npw da pn nro tim, :'» p"o Ty/a n"* 'o N"n y"u> ,-nüN r&üio mnen nmaan iW&n ,V»p «isro s-rana Jsi tio« "CP'-ok v-ttflöfc ^rrn Timtt Ölptt »Umö. Auch im Glauben der andern Völker (Aigeemont, p. 23) „gilt der obere Teil des Beines, der Schenkel, als der Ort, wo sich die fruchtbare Kraft aufspeichert. Die Lateiner leiten das Wort femina (= Frau) von femur (= Schenkel) ab. Den ungeborenen Dionysos schneidet Zeus aus dem Mutterschoß, birgt ihn in seine Hüfte und gebiert selbst ihn aus dem Schenkel, daher sein Name dipqvaQ*. Näheres über den erotischen Sinn der Stelle Jesaia 47, 2. 3 vgl. meinen hebr. Aufsatz aD"»tt5n V35nb„ in „Zion" von Zupnik (Drohobycz 1896, S. 197) und meine Arbeit „Euphe'mismes sur la femme" EEJ., 1910, Bd. 59. Ludwig Levy, Sexualsymbolik in der Simsonsage, S. 13—15, hat meine Arbeit an vielen Stellen fast wörtlich wiedergegeben. 1) rraiöD min ttbmm »an1» rrnm anritt i&nrt9 :iu9 iutt p"tt •«msiTa wsia ^bir b"a f'-n rttapb an« 'dt nans. 2) mw, ,nu* t"y i^n "vziüi -»ap* -p*» :'o ,ö#<ö D-bnn "vapys Ttrs mtxv. 3) (jxfov) nnra« it wa. 4) (t"d ,a"b ^btwa) rwro m^bn fwiafc. 5) (s"-* 't ^bttto) "rnban -i:d-©*> sb rrmaa ,rrvmöi a^n srwtv