Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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132 Nacht, Der Fuß. Beine wie zwei Säulen aus Balant"1), heißt es bei Amr ben Kulten (Mu'allq'a V, 22). Ebenso sagt das arabische Volkslied: „Ihre Beine sind wie Kristall, den man zum Geschenk gibt"2), während eine Midraschstelle Esther die Worte sagen läßt: „Sie machten einen Zauber, um meine ... Füße häßlich erscheinen zu lassen vor Achaschverosch; aber es geschah ein Wunder und meine Füße wurden leuchtend wie Saphir"3). Der „schöne Fuß", auf dem Frauen wie Männer4) stolzieren, muß allerdings recht hübsch sein. Besonders wird dies vom Frauenfuß verlangt. Kein Fehl darf an ihm auszusetzen sein. „Ihr Mund muß klein sein, ohne Fehl die Nase und Füße", sagt Josef Zabara5). Der „Fuß ohne Fehl" muß aber klein sein. So meinen die Troubadoure in den gesellschaftlichen Erziehungsregeln, die sie in ihren Lehrgedichten dem Weibe erteilen: „Sie müssen stets reines Linnen an sich haben, in kleinen Schuhen gehen, damit der Fuß klein aussehe"6). Heine nimmt es daher bekanntlich seinem Arzte übel, daß er über die Göttingerinnen das Gerücht verbreitet, sie hätten große Füße7), während er in einem seiner Gedichte vom „kleinen Fuße" der Geliebten sagt: „Ich küßte die Steine der Treppe — Die oft ihr kleiner Fuß berührt". Auch das jüdische Volkslied sieht im kleinen Damenfuß einen besonderen Reiz: „Wie nett ist dein Füßchen — Wie schön bist du im ganzen — Wie klein ist dein Schuhchen — 1) EineSteinart ßakaviTr\$. Vgl.Hess, ZDMG., Bd.69(1915), p.337—38. 2) Bei C. Someck, Chantes arabes du Maghreb, Paris 1904, vol. I: l^lä*" s &*. 3) nw:n ©Tmon« *:Eb n-nss .. nb:n nwtö ö^sidd •»b wy9 nsasin o-'bnn ra-ra) ■•pa-msro v^m "»bin .. naum 05 ^b (1891 »:Vm. 4) So läßt Jacobi seinen schönen Fuß bewundern, indem er ihn auf einen Ladentisch hinstreckt, „um bloß das (scböne) Bein der sehr artigen Ladenfrau zu zeigen" (Gesch. der Bettina von Arnim, S. 37). Von den „schönen Füßen" Moliere's erzählt bekanntlich die Schauspielerin Groisy. 5) 'o: "o-^-im ctanm 2n nnto — ^b? y^w ^bn Tin ms,, (V*-»n p^ar-o iinn nasin) CXXIII, 3 rnsniST ^ib d^iwtö. 6) Dr. Wedel, Kitterromantik, S. 46. 7) Harzreise.