Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
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Nacht, Der Fuß. 131 Würdigung unterziehen. So wird zu den fünf biblischen Männern (Simson, Saul, Absalom, Zidkijahu, Assa), die sich durch übernatürliche Schönheit auszeichneten, auch König Assa gezählt, dank seiner außergewöhnlichen schönen Füße1). Besondere Bewunderung wird dem Frauenfuße gezollt. Schon der nur im Geiste wahrgenommene Schritt seiner Schönen ringt dem Dichter Jehuda Halewy die liebestrunkenen Verse ab2): ^ntTPS bip ^alp *nnp-6?> vktüx bna 7[bip nswiüÄ £\ Nun erst der wirkliche, leibhafte Frauenschritt. „Wie schön sind Deine beschuhten Schritte/' singt der königliche Dichter 3).fglfe , mTZ' Und wenn Lamartine von den Füßen seiner Elvire sagt: „Wieviel Thränen sind auf deine Füße, die ich anbete, herniedergeströmt"4), und wenn Goethe vom schönen Frauenfuße meint: „Ein schöner Frauenfuß ist eine große Gabe der Natur"5), so hat Ben Sira schon viel früher gesagt: „So wie goldene Säulen auf silbernen Schwellen, so sind die schönen Füße der achtbaren Frau"6). Der schöne Frauenfuß scheint überhaupt in der semitischen Welt sich großer Beliebtheit erfreut zu haben, so daß das Fußmotiv, „die schönen Säulen", auch von den arabischen Dichtern vielfach in ihren Liebesliedern ausgebeutet wird. „Die Geliebte hat 1) maas biara ,-irDn ■jtöwid nb?tt buj «wn varo ifiroa mann, (10 fiaio) ••nbjnä aötf irrpis: o-ism Diburo«. 2) Ahnlich Tagore, the Gardner, p. 37: „I know the rhytem of your steps, they are beating in my heeurt*. 3) Hohelied 7,2. Vgl. hingegen Eabba zur Stelle, wo die natürliche Deutung dieses Verses mit den Worten zurückgewiesen wird: lb^efc*„ wt: Nba nn-ra i^n ab«... ib am ^wa rn -pioba obptj ann uC^b:H. Jedoch weiß die Haggada zu erzählen, daß König Salomon vom Anblick des schönen Fußes der Königin Sabba in solchem Maße bezaubert wird, daß er in Begeisterung ihre Schönheit preist. Vgl. „Targum Scheni" zu Ester. 4) „Que des pleurs ont coule sur tes pieds que j'adore". (Le crucifix). 5) Wahlverwandtschaften, Bd. 6 (ed. Kurz), S. 258. 6) K-Pö-p) "tim riöM t^ban na? ,c|oa -»an« b$ ts ^to, (ü^ t'b. Vgl. auch HohesKed 15,5: b* tmöY»» ÖW VpTO, MTÖ, dem der Vergleich Ben-Sira's entlehnt zu sein scheint. 9*