Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 129)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Fuß. Eine folkloristische Studie. Von Jakob Nacht. Im Märchen gilt als Sitz der Fruchtbarkeit das Bein der Mutter, in welches der die Kindlein bringende Klapperstorch beißt1). In der rabbinischen und der jüdisch-mystischen Literatur wird das Bein, ^Tl, euphemistisch bald als rn*D (membrum), bald als Sitz der Fruchtbarkeit bezeichnet. Mosche, der die Pflicht der Beschneidimg an seinem eigenen Sohne versäumt, wird von den Engeln "£]N„ und "nDV%, bis auf die „Füße;c verschluckt. Unter „Füße" ist nach Erklärung des Rabbi Nissim (mit Berufung auf Samuel II, 19: "V&n n« Hitfj; t&l„) das Glied der Fruchtbarkeit zu verstehen2). Die Worte des Klageliedes 2,1: „Und er gedachte nicht seines Fußschemels," erklären die Midraschim: Und er gedachte nicht des Blutes, das bei der „Beschneidung" den „Füßen" des Alten (Abraham) entströmte3). Das Buch Jezira lehrt: Gott zeigte sich dem Abraham, schloß einen Bund mit den Fingern seiner Hände, das ist der 1) Schlesingee, Geschichte des Symbols, S. 450. 2) Nedarim 32»: qN INI iib^n fn iTOtt b^nSttj rtfm» ,rib^n tnpra» :duj f-im .tt-pb:n sba nraa "p^tt abi irwban rwm "■pb^ m STO* i*bl (ü"-> 'n böOTDlö) rrWO. Ebenso heißt im Slowenischen das membrum „tretja noga" „der dritte Fuß", vgl. Aigbemont, Fuß u. Schuhsymbolik etc. (Leipzig 1909), S. 6. 3) Vgl. Lekach Tob von Tobia ben Eliezer, Commentar zu Threni, herausg. von Dr. J. Nacht, S. 27, A. 71. Siehe auch rvnrm nnon ttTtt) p. 47: -nb:n yzm D^rt w ab?rrob Ji non .vbin tritt ist «b„ "ipt b«.