Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 128)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Stunde vor der Auferstehung auch in Staub zerfallen1). Von R. Jehuda dem Patriarchen erzählt der Talmud, er habe seinen Söhnen befohlen, daß sie auch nach seinem Tode das Licht am gewohnten Orte brennen, den Tisch gedeckt und das Bett wie früher bereitet ließen, denn jeden Freitag Abend kam er nach Hause und begrüßte den Sabbat, da wollte er auch die alte Hausordnung beibehalten. Als seine Sklavin das Geheimnis der Nachbarin verriet, blieb er aus und kam nicht wieder. Diese Geschichte, wie auch die vorige — erklärt Bach ja b. Ascher — ist so aufzufassen, daß jede Seele ein sogenanntes zweites Kleid erhält, das ist einen Körper aus äußerst dünnem Stoffe, der eigentlich in der Seele aufgeht, aber doch greifbar ist2). Ein Mann reiste nach dem heiligen Lande und sah am Wege, wie zwei Raben, Vater und Sohn, zankten, bis der Vater den Sohn ermordete. Dann holte er ein Gras, legte es auf den toten Sohn und dieser erwachte. Der Mann nimmt das Gras zu sich und geht seines Weges. Da sieht er wieder zwei Vögel streiten, bis einer seinen Genossen tötet und ihn mit demselben Grase zum Leben erweckt. Der Mann nimmt auch dieses zu sich und setzt seine Reise fort mit der Absicht, er werde die Toten im heiligen Lande beleben. Unterwegs findet er einen toten Löwen und er will an diesem die belebende Kraft des Grases versuchen, was ihm auch gelingt, aber der erwachte Löwe zerreißt seinen Wohltäter. Daher sagt Ben Sira: Tue dem Bösen nichts Gutes, so wird dir nicht Böses widerfahren3). 1) Die Geschichte ist in zwei Versionen erhalten. Sabb. 152b xmd eine kürzere bei Eisenstein, Ozar Midr. 166b. Jalk. Kohel. zu 12,7 gibt der Mann auch seinen Namen an. 2) Keth. 103». Kad hakemach II, 59 (r;NSp). 3) Ozar Midr. 38*> aus Alfabet Ben Sira. Eine andere Version Tancb. r-ptt 1. (63^>) Lublin, wo sich die Katastrophe vor der tyrischen Leiter ereignet. Lev. r. 22,4 wird die Probe zuerst mit einem toten Fuchs gemacht.