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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 120

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 120 (sequence 124)
Language
German
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. muß man Gott für die Erweckung aus dem Tode danken. Dieses Gebet stammt aus talmudischer Zeit und ist in unser Gebetbuch aufgenommen worden1). Wenn man zwischen Gräbern geht oder solche sieht, bete man: G. s. d. E. der die Toten belebt, oder: der euere Zahl kennt, soll euch auferwecken, oder: der euere Zahl kennt, soll den Staub von eueren Augen lüften. Auch wenn man einen guten Freund nach zwölf Monaten wiedersieht, sage man: Gelobt sei, der die Toten belebt2). Nach einer Leichenbestattung, wenn man sich vom Grabe entfernt, reiße man Gras aus der Erde, werfe es mit der daran haftenden Erde hinter den Rücken und sage: „Sie blühen aus der Stadt wie Gras der Erdeu (Ps. 72,16), womit die Auferstehung gemeint ist3). 1) Unser Text entspricht dem in b. Ber. 60b mit STOIB 3 "^bfc* beginnenden und mit D"TTO D^asb nTOTBS TniTOtt endenden Gebete, j. Ber. IV, 7d 47 beginnt man mit der Eulogie DTiton rPTTO, worauf ein Gebet folgt. Peß. r. 40 schließt sich als palästinisches Produkt letzterem Text an. Maimuni, Hilch. Teflllah 7,3 sagt, daß das Gebet n^D ^nb«, das Frauen und Kinder ebenso gut kennen, wie die Gelehrten, die Auferstehung bezeuge. Im spanischen Ritus s. Edelstein F S Bloch 54. Das Gebet iTOflM ->nb« kann durch die Eulogie DT^n rr»TTO ersetzt werden. Ch. J. D. Azulai, Abödath ha-Kodesch II, 9.10. Die ins Gebetbuch gedrungenen Worte des Psalmdichters 31,6 und Hiobs 12,10 sollen auch beweisen, daß wir jeden Abend die Seele Gott zurückgeben und sie am Morgen wieder erhalten. Seder Elija r. 8.10 Fbiedm. 2) Ber. 58*>; j. Ber. IX, 13<*, 19 v.u. DD^^TE Iß* ritt wird auch in der Bedeutung: „hättest du gesehen* gebraucht, nB3> nh^ TO' Tanch. ^TOTB 8. Dukes, Blumenlese 208. Statt ynn tptt-pttb TWi hat Nachmani, Schaar ha-gemul Dburi ^nb DDDN cnpinb TTtf "p"Q fcOH, das bedeutet, ölam habbä werde erst nach der Auferstehung^ kommen. Beim Wiedersehen des guten Freundes s. Ber. das., Schulclu Ar. Or. Chaj. 225, l. Eine interessante Erklärung hierfür gibt TO?ö ISO trsnTOn Lemberg 1896, 78» Zwei gute Freunde bilden die enge Verbindung zweier Seelen, wodurch ein Engel geboren wird. Dieser aber gehört zu solchen Geschöpfen, deren Lebensdauer höchstens zwölf Monate anhält. Wenn sich nun die Freunde nach dieser Frist wiedersehen, wird dieser Engel neu geboren, daher vom Tode zum Leben auferweckt. 3) Dies habe nach dem Gebete yn!l pllSS zu geschehen, woraus folgt, daß man früher dieses Gebet nicht vor der Leichenbestattung, wie jetzt gebräuchlich, rezitierte, oder man warf das Gras vor der Bestattung, was nicht wahrscheinlich ist. Kokeach 63*> (316). Man sagte auch pin "pll^L im Hause des Toten nach eingetretenem Tode. Orchoth

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