Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 119)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. H3 damit sie sich leichter erkennen1). Die Auferstandenen werden ihre Verwandten und Freunde erkennen und sie sogar beim Namen anrufen können. Daher wird man auch wissen, wer Jude ist und wer nicht2). XI. Die Auferstandenen werden essen, trinken und ein sinnliches Leben führen, da der Körper seinen Beruf ausfüllen muß, wie dies auch Maimuni zugesteht. Dies meint der Prophet Jesaja mit den Worten: „Damit ihr sauget und euch sättigt an der Brust ihrer Tröstung, auf daß ihr schlürfet und euch ergötzet an der Fülle ihrer Herrlichkeit" (66,11), und weiter Vers 14: „Ihr werdet sehen und euer Herz sich freuen und euere Gebeine blühen wie junges Grün", alldies will die sinnlichen Vergnügungen nach der Auferstehung ausdrücken3). X. Die jüdischen Sünder und Andersgläubigen werden ihre körperlichen Strafen vor der Öffentlichkeit erhalten und reumütig ihre Fehler bekennen, wie dies Jesaja in den letzten Versen seines Buches prophezeit: „Sie werden hinausgehen und schauen die Leichen der Männer, die von mir abgefallen sind, denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen und werden ein Abscheu sein allem Fleische". Sobald sie aber Gott anerkannt und sich seiner Herrschaft unterworfen haben, da wird „von Mond zu Mond und von Sabbat zu Sabbat alles Fleisch kommen, um sich vor mir zu beugen"4). XL Nach der Auferstehung wird kein Stolz 1) Jes. 25,7 soll beweisen, daß die die Toten bedeckende Hülle aufgedeckt wird und das doppelte ttl!3tl will sagen, daß sie so auferstehen werden, wie sie verborgen sind. 2) Micha 5,4 spricht von den sieben Hirten und acht Fürsten, die auferstehen und einander erkennen werden. Sukka 52 b und Jes. 43,10 bezieht sich auf dieses Wunder. 3) Maimuni gibt wohl zu, daß der Körper seinen Beruf erfüllen müsse, aber keine körperliche Auferstehung. 4) Witten "Wn 31a ff. polemisiert er mit Nachmani, der Paradies und Hölle unmittelbar nach dem Tode in Aussicht stellt und nach der Auferstehung ein neues Urteil fällen läßt. Abravanel begnügt sich mit dem Urteil gleich nach erfolgtem Tode, und nach der Auferstehung sollen sich bloß die Frommen ihres Lohnes freuen und die Sünder ihrer Strafe schämen. Bachja b. Ascher läßt nur Israel auferstehen, die Frommen zum Lohne, die Sünder zur Strafe und hält die körperliche Auferstehung für notwendig, weil Körper und Seele sich gemeinsam Yerdienste erworben G-rnnwaia, Jahrb. f. jüd. Volksk, I. 8