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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 114

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 114 (sequence 118)
Language
German
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. mohammedanische und jüdische Gelehrte zweifeln an der Auferstehung und sagen, es sei nur ein bildlicher Ausdruck für die Erlösung, weil sie es nicht begreifen wollen, wie aus dem verwesten Körper wieder ein neuer entstehen könne. Der Gaon (Saadja) erklärte zwar bereits, daß die Elemente, aus denen der Körper besteht, unangetastet bleiben und wieder zum selben Körper werden, aber wahrscheinlicher ist die Annahme, daß Gott mit Hilfe des himmlischen Taues neue Körper schaffen werde, die aber in jeder Beziehung dem vorigen gleich sein werden, und da die alte Seele auch dazu kommt, kann mit Recht gesagt werden, daß die alten Körper zum Leben auferstehen1). V. Der eigentliche Zweck der Auferstehung ist, daß die Frommen, die im Exil viel Leid und Schmerz ertragen mußten, jetzt ihren Lohn erhalten, während die Sünder und Götzendiener auferstehen werden, um Gott anzuerkennen und anzubeten. VI. Maimuni, Nachmani u. A. nehmen an, daß nur die jüdischen Frommen auferstehen werden. Dem aber widerspricht die bekannte Stelle in Daniel, wo ausdrücklich auch den Sündern die Auferstehung versprochen wird. Daher läßt Abravanel auch Sünder und Andersgläubige, aber nicht alle, auferstehen, damit sie Zeugen seien der Wunder und Gott anerkennen mögen. Diese Ansicht wird durch viele Stellen aus Jesaja bezeugt. Jedoch werden nicht alle Tote, von der Schöpfung begonnen bis dahin, auferstehen, da sie die Welt nicht fassen könnte, sondern es werden nur gewisse Auserwählte von jeder Sorte daran teilnehmen können2). VII. Die Toten werden in demselben Zustande, in welchem sie unmittelbar vor ihrem Tode waren, auferstehen. Die jung Gestorbenen werden nicht alt, die alten nicht jung aussehen. Sogar ihre Leibesfehler werden sie mitbringen, 1) Mit dieser Ansicht steht Abrav, allein, da allgemein von der Belebung des alten Körpers gesprochen wird. Als Beweis wird 18,4 angeführt, aber in der XI Prophetie erklärt er, Grott sage zum Propheten selbst, "OlSTOn tltt-'nttT tlüpiBN er werde ruhen, d. h. sterben und bei der Auferstehung seinen eigenen Körper QllDÄ Wohnort der Seele) wieder schauen. 26,19 miö* bü beweist die zeugende Kraft des Taues. In der Berufung auf Saadja ist Em. Ved. VII, 1 gemeint. 2) Belege Jes. 18, i: 25,6: 26,19: 43,9, s. auch 49a.

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