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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 111

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 111 (sequence 115)
Language
German
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 409 Josef Albo befaßt sich schon eingehender mit dem Gegenstande. Er erklärt einfach, daß sich aus der heiligen Schrift kein Beweis für die Auferstehung holen lasse, diese sei auf Grund der Tradition zu glauben. Die schlagenden Beweise aus Daniel und Ezechiel seien Allegorien; er gesteht aber zu, daß der letzte Vers im Buche Daniel sich auf die Auferstehung der wahren Frommen beziehe. Die Auferstehung fällt in die Kategorie solcher Dinge, welche durch die Sinne wahrgenommen werden; auch die Vernunft kann sich die Möglichkeit ihrer Existenz vorstellen, nur begründen läßt sie sich nicht. Der Glaube an die Auferstehung ist durch die Tradition geheiligt und man muß umsomehr daran glauben, da Elija und Elischa als genügende Beweise gelten können. Die Vernunft lehrt — sagt er weiter — daß eine Sache, die einmal eine Emanation oder höhere Kraft besaß, wenn sie diese Kraft verlor, sie viel leichter zum zweiten als zum erstenmal annimmt, z. B. das Holz, wenn es angezündet die Gestalt des Feuers angenommen hat und dann ausgelöscht wurde, wieder eher bereit ist, die Gestalt des Feuers anzunehmen. Ebenso kann der Körper, wenn er einmal eine Menschengestalt hatte, wieder diese Gestalt leichter annehmen als früher, weil noch eine Spur der früheren Emanation sich vorfindet, trotzdem sie den Körper verlassen. Hieraus erklärt sich die Belebung des Mannes, der den Leichnam des Propheten Elischa berührte. In diesem Leichnam nämlich wirkte noch die göttliche Kraft. Weil dies aber nur die göttliche Weisheit rechtfertigt, das Naturgesetz jedoch ausschließt, darum haben die Männer der großen Synagoge die Eulogie: „Du bist mächtig für ewig, Gott, der die Toten belebt" mit der Kraft Gottes in Verbindung gebracht, um zu sagen, daß Gott auch in solchen Dingen mächtig ist, deren Existenz wir uns nur kraft der Vernunft vorstellen können. Gottes Macht unterscheidet sich dadurch von der des Menschen, daß dieser nur Lebende töten, Gott aber Tote beleben kann. Auch Albo kennt eine doppelte Auferstehung, denn er läßt nur die echten Frommen auferstehen, zählt aber im Widerspruch zu Maimuni auch die Zeit vom Tode bis zur Auferstehung zum

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