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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 110

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 110 (sequence 114)
Language
German
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108 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. nießen, dann wieder sterben und zum ewigen geistigen Leben auferstehen werden. Dies stimmt mit der Ansicht Maimunis überein, die er auch selbst teilt. Er stimmt aber auch darin mit ihm überein, daß man deutliche Hinweise auf ein jenseitiges Leben in der heiligen Schrift nicht erwarten dürfe, da diese für ein ganzes Volk, nicht für Philosophen allein berechnet sei. Wer philosophisch geschult ist und richtige Schlüsse zu ziehen vermag, der ist auch ohne Schriftbeweise überzeugt und findet überdies auch Winke und Andeutungen dafür in der heiligen Schrift. Erwähnung verdient ferner seine Bemerkung zu Ps. 104,30, wo nach der Meinung der Forscher alle Lebenden eine Auferstehung nach dem Tode erfahren, die Philosophen aber behaupten, daß sich bloß die Arten erhalten, die Einzelwesen aber vergehen1). David Kimchi läßt die Auferstehung Gott allein vollziehen und nur die Frommen auferstehen. Aus Ezechiel folgert er, daß die Toten dort auferstehen werden, wo sie begraben wurden und dann ins heilige Land ziehen, da es ausdrücklich verheißen wird: „Ich bringe euch hervor aus eueren Gräbern" und darauf folgt: „Ich bringe euch auf den Boden Israels"2). Juda ha-Levi erwähnt wohl die Auferstehung in seinem philosophischen Werke Kuzari, befaßt sich aber nicht eingehend mit der Frage. Er bemerkt bloß, daß über die Verheißungen des Jenseits in den Büchern der Propheten ausdrücklich nicht viel gesagt werde, doch aber werde die Unsterblichkeit der Seele, die Auferstehung der Toten, die wiederholte Sendung des Propheten Elijahu ausgesprochen3). 1) Rosin, Die Religionsphil. Abr. I. Ezras. MS. 42, 452, 43, 30. c-nniN D-'unsm D*mM3 n-bbsn Ps. 104,30; Jes. 38, is. 2) Jes. 26,19; 66,5. Ezech. 37,12. Nachmani bizarr W *1SÖ läßt den Körper nach der Auferstehung weiter leben, aber ohne sinnliche Eigenschaften. Das Leben nach dem Tode teilt er in vier Epochen: ni73l0:n übiy unmittelbar nach dem Tode, wo die Seele ohne den Körper leidet oder genießt, TVTOn "W, das dem Diesseits entspricht, "pin D"P das große Gericht und D^rtDtt m^nn, wo der Körper mit der Seele gemeinsam. ihren Lohn erhalten. Siehe Menasse ben Israel a. 0. I, 17. 3) Kurzari 1,115.

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