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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 108

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 108 (sequence 112)
Language
German
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£06 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. pheten von Auferstehung sprechen, worin sie natürlich von Gott inspiriert wurden1). An der Auferstehung werden nur die Frommen Anteil haben. Da die Sünder schon bei ihrem Leben als tot anzusehen sind, können sie vom wirklichen Tode keine Auferstehung erwarten2). Diese Auferstandenen werden lange ein glückliches Leben fristen, dann sterben und ein ewig dauerndes geistiges Leben führen. Dies wird das eigentliche Jenseits (ölam habba) sein, die künftige Welt, wo kein Körper, nur Seele ist, wie die Engel; wo es keine Sinnlichkeit wie essen, trinken, sitzen, stehen, schlafen usw. gibt3). Wenn auch Maimuni eine doppelte Auferstehung voraussetzt, nämlich erst eine körperliche, welche aber auch nur den Frommen gegönnt ist, dann eine ewig geistige, so ist diese Ansicht von der oben erwähnten wiederholten Auferstehung dadurch zu unterscheiden, daß dort zur Messiaszeit zuerst die Frommen auferstehen und nachher zur Zeit des Gerichtes eine allgemeine Auferstehung stattfindet, wo die Sünder abgeurteilt werden 1) Die Bibelstellen sind: II Som. 14, u; Jes. 38,18; Ps. 88, n-, Hi. 7,9, 10,21, 14,34. Maam. teh. harn. (Kobez 11b), Bacher a. O. 95. Bachja b. Ascher "lj^TNin neDnt die Auferstehung eines der verborgenen geistigen Dinge (ü^h^ll D^bs^n) in der heiligen Schrift. 2) Ber. 18*>. Einleitung zu pbn. 3) Ber. 17» 'idi mrro abi nb^DK «b in *pa 'an Maam. teh. ham. (Kobez II, 8*>f.). Hilch. Tesch. 8,2. Ibn Daud protestiert gegen diese Lehre Maimunis und will ein Jenseits mit Körper und sinnlichem Leben haben, aber ^"012 C]ÖD gleicht beide Meinungen dadurch aus, daß Maim. von einem Jenseits vom Tode bis zur Auferstehung spricht, während I. Daud das Leben nach der Auferstehung meine. Dem aber widerspricht die ausführliche Sentenz Maimunis im Maam. teh. ham., daß unter ölam habbä das geistige Leben nach dem Tode der Auferstandenen zu verstehen sei. G-egen Maim. spricht sich auch Bachja b. Ascher aus, Ende D^S^. Er führt mehrere Beweise dafür an, daß die Auferstandenen nicht wieder sterben, sondern mit Leib und Seele ins ölam habbä übergehen, welche Ansicht auch Nachmani teilt. Es gibt vier Welten, sagt Bachja im Abschnitt Ij^TNri: diese Welt, die der Seelen, der Auferstandenen und das Jenseits. «Sn übl^, nTOin übl^, ühiy mnnn, fnn nbl2, diese sind in Prov. 6,22 angedeutet: ^SDlöa ^Dbttnim "jnilön ,msipm. Für das nur geistige Leben nach dem Tode sprechen sich auch Religionsphilosophen vor Maimuni, Bachja ibn Pakuda, Josef ibn Zaddik, Juda ha-Levi, Abraham ibn Daud aus. Bacheb, die Bibelexegese der jüd. Religionsphilosophen etc. 76, 104, 129, 149.

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