Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2638044-2638083-2638084--2093-2639467- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elijah 1× ep/1004307
OCR text
Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 103 warten habe, wer nicht daran glaubt1), daß die Toten in ihren Kleidern auferstehen werden, und dies ebenso begreiflich ist, wie die Auferstehung des Körpers. Endlich zählt Saadja zehn Fragen in bezug auf die Auferstehung auf, welche er mit Hilfe der heiligen Schrift, der Logik und der Tradition beantwortet. 1. Wer vom Volke (Israel) wird seinerzeit auferstehen? Jeder Fromme und Reuige. Denn wer starb, ohne Buße getan zu haben, gehört zu denjenigen, von denen Daniel sagt, sie werden nicht auferstehen. Dies wird auch durch die Logik und die Tradition bekräftigt. 2. Werden die Auferstandenen wieder sterben? Nein, sondern sie werden in die Glückseligkeit jener Welt entrückt, wie auch die Weisen lehren: Die Toten, welche Gott beleben wird, werden nicht mehr zu Staub. 3. Wird das heilige Land alle Auferstandenen fassen können? Hier folgt eine ausführliche Berechnung als bejahender Beweis, wieviel Raum für jeden Einzelnen bestimmt sein wird. 4. Werden die Toten und ihre lebenden Angehörigen einander erkennen? . Wie man den Propheten, den Hirten, den Gekrönten kennen muß, so wird jeder wissen müssen, welchem Stamme er angehöre, wie die Söhne der Stämme wissen werden, wohin sie gehören, wenn die Einteilung des heiligen Landes nach der Vision Ezechiels vor sich gehen wird. 5. Was geschieht mit denen, die mit Leibesfehlern behaftet starben? Sie werden mit ihren Leibesfehlern auferstehen, bis man sie erkennen wird und dann werden sie geheilt. 6. Werden die Auferstandenen essen, trinken und heiraten? Ja, so wie der Sohn der Frau aus Sarfath, den Gott durch Elija und der der Frau aus Sunem, den er durch Elischa zum Leben erweckte, aßen, tranken und wahrscheinlich auch heirateten. 7. Wenn die Auferstehung auf dieser Welt stattfinden muß und die Auferstandenen essen, trinken und heiraten werden, wie können sie dann in jene Welt entrückt werden, wo doch jedes sinnliche Leben aufhört? Auch Moses war an ein 1) Em. Ved. VII, 7 und IV, 4 schließt Saadja nur diejenigen von der Auferstehung aus, die sie überhaupt leugnen, nicht aber, die behaupten, sie werde in der Thora nicht gelehrt.