Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 104

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 104 (sequence 108)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2638044-2638083-2638084--2092-2639466
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

102 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Hingegen können aus der heiligen Schrift Beweise für die Auferstehung geliefert werden. Aus der schon öfter erwähnten Vision Ezechiels (37) geht deutlich hervor, daß die Hoffnung auf Auferstehung nicht verloren sei, auch wenn schon die Knochen verdorrten; daß ferner die Auferstehung nur für Israel bestimmt sei, daß sie auf dieser und nicht erst auf jener Welt werde vollzogen werden; daß jeder Auferstandene wissen werde, er sei derselbe, der gelebt hat, gestorben und jetzt auferstanden ist; endlich, daß das Leben der Auferstandenen sich in die Länge ziehen werde. Dieselben Resultate ergeben auch die schon oft wiederholten Äußerungen Jesajas und Daniels, wo „viele von den in der Erde Schlummernden" Israel ist, das allein auferstehen werde1). Außer diesen führt Saadja noch andere bekannte Stellen aus der heiligen Schrift an, wo er natürlich die Folgerungen des Talmuds auch zu Hilfe ruft. Um auch aus der Tradition Beweise zu liefern, wird anknüpfend an Micha 5, l die Frage aufgeworfen, wer die sieben Hirten seien, die er Assyrien gegenüberstellt, und die Antwort lautet: David in der Mitte, Scheth und Methuschelach zu seiner Rechten, die drei Patriarchen und Moses zu seiner Linken. Und wer sind die acht geweihten Männer? Jischaj, Saul, Samuel usw. Hieraus folgt deutlich, daß die Toten auferstehen werden2). R. Jonah, ein palästinischer Amora, lehrt: Wer in den sieben Jahren des Gog sterben wird, wird an jener Welt keinen Anteil haben, denn er hat seine Mahlzeit schon hier verzehrt3). Außerdem sprechen für die Auferstehung der Toten andere Traditionen, wie die bereits bekannten, daß keine Auferstehung zu er- 1) Aus Ezechiel werden fünf Ergebnisse hervorgehoben, aus Jesaja gehen diesen entsprechend drei Tatsachen hervor: "pnto Trp Auferstehung, ytülj>^ ^nbn: nur Israel, in Ezechiel "W und Wil l^pn Erinnerung an das Leben, wie Ezeeh. 37,13. 2) Sukka 52b. 3) KmntDtt V^N »^aöT-.B VOKI j. SebilV, 35 <>, so soll nach Aruch kOtttopHD heißeD, nach Keauss Lehnw. II, 484 Vorfeier der Hochzeit, und so erklärt auch Saadja: Wer an der Vorfeier teilnimmt, ist auch berechtigt, am Hochzeitsmahl teilzunehmen. Em. Ved. VII, 7. Lev. r. 11,2 TO^I SWat3ta)D, die sterben, werden von der Vorfeier ausgeschlossen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.