Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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£00 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Werke den siebenten der Auferstehung1), und Maimuni befaßt sich mit der Frage an mehreren Stellen, behandelt sie aber auch in einer besonderen, ma'mar techijath hamethim benannten Schrift. Saadja holt Beweise für die Auferstehung aus der Natur, der Logik, der heiligen Schrift und der Tradition. Vor allem muß festgestellt werden, daß die Auferstehung noch beim Bestände dieser und nicht erst auf jener Welt stattfinden werde. Denn manche verlegen die Zeit der Auferstehung bis nach dem Untergang dieser und der Schöpfung jener Welt, wogegen Saadja heftig protestiert. Ferner müssen die Bibelstellen, die auf die Auferstehung hindeuten, wörtlich genommen und nicht allegorisch gedeutet werden. Überhaupt darf kein Bibelvers seines einfachen Sinnes entkleidet werden, wenn nicht irgendwelche Ursache dazu nötigt2). Die ganze Abhandlung über die Auferstehung verfolgt bloß den Zweck, den Glauben zu befestigen und die schwere Last des Exils zu erleichtern. Natur: Wer an Gott glaubt, muß notwendig auch glauben, daß Gott in der Natur Veränderungen vollziehen könne, da sonst die verschiedenen Wunder, welche in der Bibel erwähnt werden, nicht hätten geschehen können. Und an diese Wunder reiht sich auch das der Auferstehung. Noch schlagender ist der Beweis: Gott hat die Schöpfung aus nichts hervorgebracht, wie sollte er die Toten nicht beleben können, was ja ein kleineres Wunder ist. Und sollte jemand fragen, wie es sich mit der Auferstehung dessen verhalte, den ein wildes Tier gefressen, da er dadurch zu einem anderen Körper wurde, so muß man sich vor Augen halten, daß ein Körper den anderen nicht ganz auflösen, sondern bloß in seine Elemente teilen könne. Diese werden von der Luft aufgesogen, kehren dann wieder zu ihrer Quelle zurück und erwarten dort ihre Auferstehung3). 1) Eine zweite Version dieser Abhandlung tmtotl rv^fin '■flDK'D hat Bacher in Festschr. Steinschneider herausgegeben. 2) Bacher, Die Bibelexegese der jüd. Religionsphil. etc. 11. 3) Der zweite Beweis ist aus dem Talmud genommen und bereits oben erwähnt. Der Kabbaiist Josef Grikatilla läßt das Vieh bei der