Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 97 am Wasser gepflanzt (Jer. 17,18), während jener wie ein Strauch in der Steppe ist, der nicht sieht, wenn das Hei! kommt (Vers 6), nämlich das Heil der Auferstehung. Die Seelenwanderung (gilgul) hat man sich so vorzustellen, daß die Seele eines sündhaften Körpers so oft in einen anderen Körper gehen muß, bis sie eine Besserung aufweisen kann. Daher wird sie bei der Auferstehung nur in den verbesserten Körper fahren, während die früheren unrettbar verloren sind. R. Jizhak macht noch einen Rettungsversuch. Er läßt diesen andere Seelen geben; wenn sie eine Besserung aufweisen können, so werden auch sie auferstehen, wo nicht, so bleiben sie Asche unter den Füßen der Frommen1). Die unverbesserlichen Körper oder die Sünder werden also einstimmig der Auferstehung verlustig. Auch in den Apokryphen tauchen verschiedene Meinungen in bezug auf allgemeine oder partielle Auferstehung auf. Henoch sagt: „In jenen Tagen wird die Erde die, welche in ihr angesammelt sind, zurückgeben und auch die Scheol wird wiedergeben, was sie empfangen hat, und die Hölle wird, was sie schuldet, herausgeben. Er (Messias) wird die Gerechten und Heiligen unter ihnen auswählen, denn der Tag ihrer Erlösung ist nahe". Hier ist von einer allgemeinen Auferstehung die Rede, zu der auch die Heiden gehören, da dies sonst hervorgehoben würde2). An anderer Stelle läßt er nur die Gerechten auferstehen und bei der Beschreibung der verschiedenen Abteilungen, wo sich die Seelen der Verstorbenen bis zum Tage des Gerichtes aufhalten, werden auch solche angegeben, die wohl nicht bestraft, aber auch nicht auferstehen werdena). Demgegenüber sagt der Erzengel Michael zu Seth, dem Sohne Adams: „Alles Fleisch wird von Adam an auferstehen bis 1) Sohar I, 131a. Menasse b. Israel ist der Ansicht, daß sich die Seele in so viele Funken (mSfcHSfc'O) teilt, wieviel Körper sie hatte, und so kommt auf jeden Körper ein die Seele ersetzender Funke. Nischm. Chaj. IV, 16, s. auch Nischm. Haßidim 34». 2) Kautzsch, Apokr. II, 51,1—2. 3) Das. 91,io, 22 wie tfbi y**n ab. Gru n w a 1 d, Jahrb. f. jüä. Volksk. I. 7