Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. trotzdem seinen Anteil an der Auferstehung mit Recht beanspruchen darf? Es wurden mehrere Klassen festgesetzt: manche sind von der Auferstehung überhaupt ausgeschlossen, andere werden vor den Richterstuhl gestellt und erhalten nach abgebüßter Strafe ihren Platz im Jenseits angewiesen, während wieder andere zu ewiger Verdammnis verurteilt werden. Wir wollen zuerst die Gruppen, dann die einzelnen Personen hervorheben, die zur Auferstehung zugelassen oder davon ausgeschlossen werden. Ganz Israel hat Anteil an jener Welt, denn es heißt (Jes. 60, 21): „Dein Volk sind alle Gerechte, ewig werden sie das Land besitzen". Unter jener Welt ist das Leben nach der Auferstehung zu verstehen. Natürlich darf man nicht annehmen, daß sich alle Auferstandenen an jener Welt gleichmäßig beteiligen, zumal sie nicht auf einer gleichen Stufe der Frömmigkeit standen, sondern jeder erhält den ihm gebührenden Teil1). Zu den uralten Generationen, die nicht auferstehen werden, gehört in erster Reihe das Geschlecht der Sintflut, das nicht einmal zum Gericht zugelassen wird. Denn als Gott die Vernichtung dieses Geschlechtes beschloß, sagte er, daß sein Geist (den er dem Menschen gab) niemals in seine Hülle zurückkehre (in den Körper) und niemals zum Gerichte komme. Sogar der unverwesliche Knochen der Wirbelsäule wird bei diesen verwesen, denn Gott sagte: Ich vertilge den Menschen (Gen. 7,6). R. Jochanan lehrt, daß alle Toten auferstehen werden außer dem Geschlechte der Sintflut. Die Samaritaner, die dem Aas gleichen, werden zum Gericht gerufen, aber nicht am Leben bleiben. Das Geschlecht der Sintflut wird dazu verurteilt, daß seine Seelen zu bösen Geistern werden, die den Menschen Schaden bringen. Aber im Jenseits werden sie ganz vertilgt aus der Welt, damit sie unschädlich werden2). Das Geschlecht des Turmbaues hat 1) M. Sanh. X, 1. Obadja aus Bertinoro z. St. 2) Das. X, 3. *p"J3 yitty "pari heißt, sie stehen niemals auf, während "p'in "p-nny identisch ist mit tfün Dtr^b pbn Clnb "p<*, sie werden auferstehen, aber zur ewigen Pein und Marter und werden an der Glückseligkeit des Jenseits nicht teilnehmen. J. Lipschitz bc*"^"1 mNsn zu M. I, 4. Als Beweis hierfür gilt prp Nb G-en. 6, 3 mi fc*bi Nb weder Urteil noch Seele, oder p"> bedeutet "p- Scheide: die Seele kehrt