Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Aussehen etwas zu ändern. Wie sie sie empfangen hat, ebenso gibt sie sie zurück und wie ich sie ihr überliefert habe, ebenso läßt sie sie auch auferstehen, so daß sie einander erkennen1). Mohammed läßt alle Sünder blind auferstehen und verheißt auch diesen keine Heilung2). Es kann jedoch als Tatsache angenommen werden, daß bei der Auferstehung jeder von seinem Leiden geheilt wird, nur der Narr bildet eine Ausnahme. Für ihn gibt es keine Hilfe, weil er seinen Fehler nicht einsieht. Ebenso haben die Schlange und die Gibeoniter, die von Josua zum Holzhacken und Wassertragen verurteilt wurden, keine Heilung im Jenseits zu erwarten; dies aber bezieht sich nicht auf ihre Leibesfehler3). Vielleicht werden auch die Wunden der verbrannten Märtyrer nicht geheilt, damit sie sie mit Stolz tragen können. Der Patriarch Abraham hat eigentlich nicht recht gehandelt, als er für die Frommen in Sodom plädierte, da ihnen der Tod mit Recht gebührte. Hat man doch stets nach der Mehrheit zu entscheiden und diese verdiente ihr Geschick. Abraham aber dachte an die Auferstehung, wo die Frommen in ihren Kleidern erscheinen, während jene sich ihrer Brandwunden schämen müssen. Wohl werden auch die verbrannten Märtyrer mit ihren Brandwunden auferstehen, diese aber werden sich mit ihren Wunden brüsten, haben sie doch für den Glauben gelitten; die Frommen von Sodom aber sind keine Märtyrer, im Gegenteil, sie haben einen Fehler begangen, daß sie sich in dieser unsauberen Gesellschaft aufhielten; ihre Brandwunden werden ihnen daher Schande verursachen, darum mußte sich Abraham so warm ihrer annehmen4). Die Auferstehung in Kleidern hat auch König Salomo symbolisch angedeutet. Es wird von ihm erzählt, er habe den König Pharao bitten lassen, er möge ihm für guten Lohn Arbeiter zum Tempelbau überlassen. Pharao läßt seine 1) Baruch-Apokal. Kautsch 50, l—4, 51. Von Heilung spricht er nicht. 2) Sure 20,124. 3) Mitteilungen f. jüd. Volksk. 1900,128. V»Sini3 bstl «ab T*n*b D"Wain »HS» ym G-en. r. 20,5 und Parall. (Tanch. 3m£tt Ex. r. 3,13). 4) Midr. Talpij. 7» Ignatius von Antiochien will auch in den Fesseln auferstehen, in denen er zum Märtyrertod geführt wird. Hennecke a. 0.117.